Künten soll Energiestadt werden: Rede von Dominik Peter an der Gemeindeversammlung

Liebe Einwohnerinnen und Einwohner aus Künten
Sehr geehrte Damen und Herren Gemeinderat
Geschätzte Medienschaffende
Sehr geehrter Herr Gemeindeammann

Besten Dank, dass Sie mir die Möglichkeit geben, meinen Vorschlag „Künten soll Energiestadt werden“ der Gemeindeversammlung zu unterbreiten.

In den folgenden 8 bis 10 Minuten möchte ich ihnen kurz erläutern was eine Energiestadt ist, was sie unserem Dorf bringt und warum wir eine Energiestadt werden sollen.

Was ist eine Energiestadt?

Hinter dem Label «Energiestadt» steht der Trägerverein von EnergieSchweiz, dem Programm für Energieffizienz und erneuerbare Energien des Bundes. Es vergibt für «realisierte oder beschlossene ausgesuchte energiepolitische Massnahmen» ihr Qualitätszeichen/Label «Energiestadt» vergeben. Das Label anerkennt eine ergebnisorientierte und konsequente Energiepolitik und hat das Ziel unser Klima zu schützen.

Hand auf’s Herz: Wir werden die Welt und das Klima nicht von Künten ja sogar nicht einmal von der Schweiz aus retten – aber wir können einen Beitrag dazu leisten und müssen unsere Verantwortung wahrnehmen, um unsere Energieversorgung nachhaltig zu sichern.

Jetzt um so mehr, wo der Bundesrat und gestern sogar die Aargauer Regierung einen AKW Ausstieg unterstützen.

Jetzt brauchen wir Lösungen für morgen

und jetzt müssen wir einen Grundstein für die „energetische“ Zukunft unserer Gemeinde legen!

Ganz nach dem Motto: „global denken, lokal handeln!“

Sind wir mit den Grünliberalen Rohrdorferberg zum Schluss gekommen, dass wir zuerst eine ganzheitliche Analyse benötigen, uns Energieziele setzen müssen, realistische Massnahmen bestimmen, wie wir diese Ziele erreichen können und diese Ziele wiederum regelmässig kontrollieren.

Genau das setzt die Energiestadt um.

Wenn Sie heute Ja zur Energiestadt sagen, würde das bedeuten: Dass der Gemeinderat mit den Beratern von Energiestadt kontakt aufnehmen müsste und das Geschäft bis zur nächsten GV näher prüfen. Bei einem „Ja“ dann im November: melden wir uns beim Trägerverein Energiestadt an, wir erhalten professionelle Hilfe, Ideen und Wissen. Wir machen eine ganzheitliche Analyse; legen auf die Gemeinde ausgerichtete Massnahmen fest. Wenn wir die Hälfte der für unsere Gemeinde möglichen Massnahmen umgesetzt  bzw. beschlossen haben, erhalten wir das Zertifikat Energiestadt.

Zu den Massnahmen: Es gibt ein Massnahmenkatalog mit 87 verschieden Punkten. Dort steht zum Beispiel „Formulieren Sie ein Energie Leitbild“. Das ist natürlich sehr offen und gibt dem Gemeinderat die nötige Freiheit, um das Konzept effektiv auf Künten abzustimmen. Von mir aus kann der Gemeinderat aber auch das Ausarbeiten der einzelnen Massnahmen an eine Gruppe von interessierten Einwohnern sog. Kommission delegieren. Es muss aber zwingend ein Gemeinderat eine Gemeinderätin in dieser Gruppe beisitzen, um die Umsetzung der Massnahmen zu gewährleisten. Schlussendlich geht es darum die optimalsten Massnahmen für Künten zu finden. Das soll nicht heissen, dass die Mitarbeiter vom Gemeindeamt im Winter frieren müssen, nein, das soll heissen, dass wir uns Gedanken machen wollen, wie wir in Zukunft unser Zusammenleben gestalten möchten und wo es Möglichkeiten gibt – ganz einfach Energie ein zu sparen!

Zum Nutzen:

  • Künten trägt einen Teil zum Weg zur 2000 Watt Gesellschaft bei und nimmt seine Eigenverantwortung und seine Vorbildsfunktion als Gemeinde wahr!
  • Wir machen uns heute schon Gedanken, wie wir ohne AKW’s auskommen wollen!
  • Standort Attraktivität wird gefördert. Nicht nur dank Label, sondern auch dank Massnahmen. Welche eine Steigerung der Lebensqualität für alle!
  • Mehr Arbeitsplätze in der Region.
  • Nachhaltigkeit erhält grösseren Stellenwert in der Gemeinde
  • Effizienter Energieverbrauch heisst auch tiefere Gemeinkosten – folge langfristig tiefere Steuern

Wir haben nun die Wahl liebe Küntnerinnen und Küntner: heute für morgen handeln, unserem Dorf Attraktivität und Zukunft schenken; oder weiter schlafen uns irgendeine Lösung,  welche viel teurer, weniger attraktiv und nicht auf Künten abgestimmt ist irgendwann vom Kanton aufzwingen zu lassen.

Daher stelle ich der Gemeindeversammlung heute am 17. Juni 2011 überweisungsantrag an den Gemeinderat:

Der Gemeinderat sei anzuweisen die politische Gemeinde Künten als Mitglied des Trägervereins Energiestadt Schweiz anzumelden und das Angebot für Einsteiger: „Partner auf dem Weg“, welches Gemeinden Schritt für Schritt hin zum Label Energiestadt führt möglichst umfangreich zu nutzen und bedarfsgerecht umzusetzen.

Was soll das Kosten:

Die Jahresmitgliedschaft für eine Gemeinde bis  2000 bis Einwohner beläuft sich auf CHF 1000.-; In diesen 1000 Franken pro Jahr ist ein Unterstützungsbeitrag von CHF 1250.- für einen Energieberater und weitere Dienstleistungen enthalten. Unter dem Strich gewinnt Künten neben Attraktivität, wertvolle Informationen auch an Lebensqualität. Die einzelnen Massnahmen sind natürlich noch nicht enthalten, je nach Massnahme können weitere Kosten hinzukommen, unsere Gemeinde kann mit innovativen Ideen auch Geld verdienen zum Beispiel als Investor in eine Solaranlage auf dem Schulhausdach.

Die einzelnen Ausgaben müssen nicht auf einmal getätigt werden, sondern sollen im Rahmen der Finanzplanung ins Budget einfliessen und müssen den technischen Entwicklungen gerecht werden. Dieses und die vorher genannten Beispiele sind nur Ideen von möglichen Massnahmen.

Es liegt am Willen der heutigen Gemeindeversammlung, ob der Gemeinderat dieses Geschäft näher zu prüfen. Je besser der Gemeinderat oder die vom Gemeinderat eingesetzte Energiegruppe dann arbeiten wird, desto mehr profitieren die Einwohner von Künten!

Wir schützen das Klima, steigern gleichzeitig unsere Lebensqualität, sparen nachhaltig Geld und dürfen uns „Energiestadt“ nennen. Was wollen wir mehr?

Ich weiss natürlich schon das Künten ein Dorf ist und „Stadt“ hoch gegriffen ist, aber seinen wir ehrlich, was die Stetter können, können wir Künter schon lange 🙂

Liebe Künter, wir müssen, wollen und können Verantwortung für unsere Energiepolitik übernehmen! Und deshalb bitte ich Sie diesen Vorschlag zu unterstützen!

Herzlichen Dank!

 

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