Elektrotankstellen für Bremgarten

Anfrage der GLP vom 10. Juni 2016 bei der Stadt Bremgarten
betreffend öffentlich zugänglichen Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge

Mit der Stärkung der Elektromobilität können mehrere Ziele erreicht werden: Elektroautos sind leiser als Autos mit Verbrennungsmotor, die Schadstoff- und CO2-Emissionen bei der Fahrt entfallen vollständig, und die deutlich höhere Effizienz von Elektroantrieben senkt den gesamten Energieverbrauch des Strassenverkehrs. Ausserdem wären Elektrofahrzeuge für die meisten Nutzer selbst bei tiefen Benzinpreisen bei Vollkostenrechnung günstiger.

Der Individualverkehr ist in der Region Bremgarten trotz starkem ÖV-Netz ein wichtiger Pfeiler der Mobilität. Das stark wachsende Angebot an Elektro- und Plugin-Hybrid-Modellen bei allen Autobauern zeigt, dass die Elektromobilität aus Sicht der Automobilindustrie die Zukunft ist.

Unter dem Gesichtspunkt, dass eine sinnvolle Nutzung dieser zukunftsträchtigen Technologie im Interesse der Umwelt und der Lebensqualität aller nur mit einem verlässlichen Netz an Schnellladestationen auf Stadtgebiet möglich ist, wird der Stadtrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:

1) Welche Bemühungen hat der Stadtrat zur Förderung der Elektromobilität im Allgemeinen bereits unternommen, resp. plant er, zu unternehmen?

2) In Bremgarten gibt es gemäss LEMnet erst 2 öffentlich zugängliche Stromtankstellen (beim Restaurat Waldheim 1x CH T13 (10A) und beim Bahnhof Bremgarten 1x CH T23 (16A), 2x CEE 230V/16A (16A)). Welche Möglichkeiten sieht der Stadtrat, die Verfügbarkeit von öffentlich zugänglichen Stromtankstellen in Bremgarten zu erhöhen?

3) Welche Standorte kommen für den Stadtrat prioritär in Frage und in welchem Zeitraum könnte ein signifikanter Ausbau des verfügbaren Netzes an Stromtankstellen realisiert werden?

4) Wie sind die möglichen Fördermassnahmen hinsichtlich Effektivität (Senkung der Schadstoff-, CO2- und Lärmemissionen) und Kostenneutralität zu beurteilen?

5) Inwiefern sieht der Stadtrat die Förderung der Elektromobilität als Chance, die Vorbildfunktion der Stadt Bremgarten als Bezirkshauptort zu stärken?

Anregungen der GLP

Die Stadt Bremgarten könnte Anreize oder Verpflichtungen (z.B. via Ersatzabgabe) schaffen, um Einkaufszentren und Betreiber von Parkierungsanlagen dazu zu bewegen, eine gewisse Anzahl Parkplätze für öffentliches und evtl. entgeltliches Laden an Schnellladestationen zu reservieren. Insbesondere grössere Parkierungsanlagen z.B. ab 20 Parkplätzen sollten angestrebt werden (Coop, Migros, Denner, Parkhaus Obertor AG, BDB sowie Casino Parkplatz etc.).

Wer die Ladestationen zur Verfügung stellt (z.B. Betreiber individuell, ein koordiniertes Beschaffungsprojekt der Stadt, oder eine Public-Private-Partnerschaft) wäre noch zu bestimmen.

Empfehlungen zu den optimalen technischen Eigenschaften der Ladestationen hat das Bundesamt für Strassen in einem Merkblatt im April 2014 veröffentlicht: http://www.astra.admin.ch/themen/05534/06963/index.html

Auch Ladestationen für E-Velos könnten gefördert werden, da E-Velos für viele Menschen eine alltagstaugliche Alternative für das Auto sind, um in die Stadt zu fahren, insbesondere nachdem verschiedenste Radwege in Richtung Bremgarten ausgebaut werden und wurden (Künten – Eggenwil / Wohlen – Bremgarten).

5 people like this post.

Meine Abstimmungs- und Wahlparolen für den 5. Juni 2016

Nein zur Volksinitiative “Pro Service public” – 1

Ich unterstütze den Service Public für die ganze CH, dies bedingt aber unternehmerische Freiheit um im Markt konkurrenzfähig zu bleiben und um weiterhin attraktiver Arbeitgeber sein zu können.

Nein zur Volksinitiative “Für ein bedingungsloses Grundeinkommen” – 2

Ich setze auf Eigenverantwortung und den Grundsatz, dass jeder der kann, für seinen eigenen Unterhalt aufkommen soll. Das BGE ist zwar ein interessanter Ansatz für die kommenden strukturellen Veränderungen in der Arbeitswelt, aber kurz- und mittelfristig nicht realisierbar. Vielleicht in 30 Jahren dann…

Nein zur Volksinitiative “Für eine faire Verkehrsfinanzierung” – 3

Ich unterstütze den gut ausgebauten öffentlichen Verkehr. Die Milchkuhinitiative zerstört das ausgewogene System zwischen den Verkehrsträgern, schliesslich ist es auch im Sinne der Autofahrer, dass alle Verkehrsteilnehmer rechtzeitig ans Ziel kommen.

Ja zur Änderung vom 12. Dezember 2014 des Bundesgesetzes über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung (Fortpflanzungsmedizingesetz, FMedG) – 4

Ich bin für eine liberale Gesellschaft, auch in der Medizin. Familien mit Erbkrankheiten soll keine Schwangerschaft auf Probe zugemutet werden.

Ja zur Änderung vom 25. September 2015 des Asylgesetzes (AsylG) – 5

Ich stehe für die humanitäre Tradition der Schweiz und will faire, schnelle Verfahren für die Asylsuchenden, sowie klare Zuständigkeiten zwischen Bund und Kantonen. Und ich habe kein Verständnis für das Nein der SVP – das ist zwängeli und problembewirtschaftungs Politik!!!

Ja zur Aargauische Volksinitiative «”Kinder und Eltern” für familienergänzende Betreuungsstrukturen» (Hauptabstimmung) – 6a

Ich will kantonale Rahmenbedingungen, die es beiden Elternteilen erlauben, erfolgreich in der Wirtschaft zu sein und die Verantwortung für ihreKinder übernehmen zu können. Die Betreuungsstrukturen belasten die Gemeinden nur gering. Zum Wohle der Kinder begrüsse ich einheitliche Qualitätsstandards und die Oberaufsicht durch den Kanton.

Ja zum Gesetz über die familienergänzende Kinderbetreuung (Kinderbetreuungsgesetz; KiBeG) (Gegenvorschlag) – 6b

Ich unterstützt auch diese leichte Verbesserung der heutigen Situation. (2xJA bedeutet, dass der Initiative der Vorzug gegeben wird).

Nein zum Einführungsgesetz zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch und Partnerschaftsgesetz (EG ZGB) (Wegfall des Steueranteils bei den Grundbuchabgaben); Änderung vom 1. März 2016 – 7

Ich erachte die Abschaffung des Steueranteils in den Grundbuchabgaben von 33 Mio. Franken/Jahr als finanzpolitisch verantwortungslos. Entlastet würden nicht diejenigen, die es brauchen – bezahlen müssten es alle, mit Leistungsabbau und Steuererhöhungen, bei den Kinder, Bildung und im Verkehr, das geht nicht!

Ersatzwahl vom 5. Juni 2016 in die Einwohnerfinanzkommission in Bremgarten

Stephan Schertenleib – er ist der Fähigste unter den Kandidaten.

5 people like this post.

Guet gjammert, isch halbe buuret!

Meine Gedanken am 1. Mai 2016

Letzte Woche konnte man in den Medien weit und breit davon lesen, dass Bundesrätin Sommaruga den Saal verliess, als Nationalrat Köppel seine Wutrede hielt. Nationlaratspräsidentin Markwalder setzte dann noch eins drauf mit ihrer dümmlichen Ausrede, dass die Bundesrätin auf die Toilette gegangen sei. Möglicherweise musste sie tatsächlich auf die Toilette – nämlich, weil es ihr den Magen kehrte. Mir kehrt es auch den Magen, wenn ich die vielen Fehlentscheide von letzter Woche in unserem Parlament betrachte und das Einzige, was in der Zeitung propagiert wird, ist dass Bundesrätin Sommaruga auf die Toilette musste. Lächerlich!

Sind 2 Wochen Vaterschaftsurlaub tatsächlich zu teuer?!?

Die Wirtschaft spricht von Frauenquoten, Frauenförderung und Gleichstellung von Mann und Frau! Wenn es dann tatsächlich mal darum geht etwas dafür zu tun, dass es den werdenden Müttern etwas leichter fallen würde, sich ins Arbeitsleben zu wagen. Indem nämlich den Vätern ein Vaterschaftsurlaub (von mehr als einem Tag!) gewährt wird, krebst so gar die hochheilige, selbsternannte Familienpartei CVP zurück und stimmt gegen den aus ihren eigenen Reihen stammenden Vorschlag eines 2-wöchigen Vaterschaftsurlaubs.

Länder mit vielen Frauen in Führungsgremien haben diese nicht, weil sie obligatorische Frauenquoten eingeführt hätten, sondern weil sie die Rahmenbedingungen für die Familien verbessert haben. Indem nämlich dem Vater auch die Möglichkeit geben wird, für eine gewisse Zeit nicht nur seine „Versorgerrolle“, sondern seine „Vaterrolle“ richtig wahrzunehmen und die Familie zu entlasten. Scheinbar sei dies zu teuer so einzelne weibliche(!) Exponenten der CVP. Dass Unternehmen mit mehr Frauen in Führungsgremien erfolgreicher sind als andere, ging wohl in der Diskussion vergessen. Dass die Schweiz nur für internationale Grossfirmen attraktiv ist, wenn auch für die Arbeitnehmer ein attraktives Umfeld herrscht, ging ebenfalls vergessen. Scheinbar waren 200-Millionen für 2 Wochen Vaterschaftsurlaub einfach zu viel des Guten.

Die CVP macht lieber Bauerngeschenke statt die Familien zu fördern!

Anstelle des Vaterschaftsurlaubs schenkte man einen halben Atemzug später lieber den Bauern 400 Millionen pro Jahr „Gewinnsteuererleichterung“, für den Fall, dass sie ihr Silberbesteck (ihr Bauland) verkaufen wollen, welches notabene vor einer Umzonung noch Agrarland war. Das ist Unsinn und ein Affront gegenüber jedem, der sein selbst erarbeitetes Einkommen und Vermögen jedes Jahr versteuern muss, nicht von einer Umzonung seines Landes profitieren und dieses dann steuergünstig mit hohem Gewinn verkaufen kann. Wenn man bedenkt, dass ein 2-wöchiger Vaterschaftsurlaub die Hälfte (200 Millionen) gekostet hätte und unserem Staat nachhaltig mehr gebracht hätte, kehrt es auch mir den Magen.

6 people like this post.

Mit der Durchsetzungsinitiative verliert der Richter seinen gesunden Menschenverstand?!?

Meiner Meinung nach trifft die Durchsetzungsinitiative die falschen Leute und wird den Staat sehr viel Geld kosten. Ich denke, dies ist gerade nicht das Ziel der Initianten und gerade deshalb habe ich bereits nein gestimmt.

Die Idee der Initianten ist es, dass die Richter in ihrem freien Ermessen eingeschränkt werden, weil die Initianten offensichtlich das Gefühl haben, die Richter würden dieses freie Ermessen oft falsch ausüben. Dies wollen die Initianten verhindern, indem sie “klare” Regeln aufstellen.

Anhand des Beispiels von Thomas Hansjakob (erster Staatsanwalt des Kantons St. Gallen) möchte ich aufzeigen wie verkehrt die Initiative tatsächlich ist:
Nehmen wir an, ein 50-jähriger Italiener, der seit Geburt in der Schweiz lebt, fuhr vor acht Jahren innerorts 20 Kilometer pro Stunde zu schnell. Er bekommt dadurch eine Vorstrafe und eine bedingte Geldstrafe. Hat er nach der Einführung der Durchsetzungs-Initiative Streit mit dem Nachbarn, tritt er dessen Gartentür ein und dringt in den Garten ein, dann begeht er eine Sachbeschädigung und einen Hausfriedensbruch und bekommt zwingend eine Landesverweisung. Beide Delikte (Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch) sind aber nur Antragsdelikte. Die Landesverweisung hängt also davon ab, ob der Nachbar einen Strafantrag unterzeichnet. Tut er das, dann wird der Italiener ausgewiesen. Verzichtet er darauf – das kann er, zum Beispiel weil der Täter ihm Geld dafür bezahlt – darf der Italiener bleiben. Es ist doch völlig unlogisch, dass es vom Willen des Geschädigten eines banalen Deliktes abhängig ist, ob einer nun die Schweiz verlassen muss oder nicht.

Schlägt der Italiener hingegen vor acht Jahren das Gartentörli des Nachbarn ein, bekommt dadurch eine Vorstrafe und fährt dann nach der Durchsetzungs-Initiative 20 Kilometer pro Stunde zu schnell, darf er in der Schweiz bleiben. Selbst wenn er innerorts 60 Kilometer pro Stunde zu schnell ist, wird er nicht des Landes verwiesen, weil Raserdelikte nicht im Katalog der Durchsetzungs-Initiative sind.

Das heisst, es gibt durch die Initiative Fälle, bei denen die Reihenfolge der Delikte darüber entscheidet, ob jemand die Schweiz verlassen muss oder nicht. Das Beispiel zeigt, dass ein Delikts-Katalog nie für alle Fälle taugt. Der Katalog, der dem Richter vorschreibt, was er zu tun hat, schafft eine Pseudogenauigkeit, sonst nichts. Sicherheit vor Kriminaltouristen schaffen wir auch nicht. Im Gegenteil wir bezahlen denen noch den Retourflug! Denn viele, die wir heute schon ausschaffen würden, können wir auch nach Annahme der Durchsetzungsinitiative nicht ausschaffen (z.B. weil sie keinen Pass haben), hingegen müssten wir viele ausschaffen, die wir nicht ausschaffen würden, weil sie nur banale Delikte in der falschen Reihenfolge begangen haben.

Damit dann diese Leute (vielleicht sogar unser Italienischer Nachbar) länger hier bleiben können, würden sie sich durch den ganzen Instanzenzug bis zum Bundesgericht durchkämpfen und hoffen, dass irgendein Gericht, irgendwann einmal sagt, dass es weiterhin Härtefälle geben darf, also das die sogenannte Verhältnismässigkeitsprüfung im Einzelfall (das ist das, was wir als gesunden Menschenverstand bezeichnen) stattfinden soll. Mit der Annahme der Durchsetzungsinitiative verliert der Richter also seinen gesunden Menschenverstand oder er wird möglicherweise sogar jemanden freisprechen, der es nicht verdient hätte freigesprochen zu werden, um ihn nicht wegen einer Bagatelle ausschaffen zu müssen. Was dies kostet und ob dieses Aufblähen des Staatsapparats tatsächlich der Wille von denen ist, die hier Ja stimmen wollen, frage ich mich ernstlich! Ich rufe Sie daher auf, stimmen Sie Nein zur Durchsetzungsinitiative!

Etwas zynisch kann man sich schon fragen, ob es unserer Welt tatsächlich hilft, wenn alle Straftäter (und damit meine ich auch Mörder und Vergewaltiger) weiterhin im Ausland frei rumlaufen dürfen? Ich persönlich fühle mich sicherer, wenn der Terrorist hier in der Schweiz für immer eingesperrt bleibt, dann weiss ich, wo er ist und was mit ihm passiert. In diesem Sinne wünsche ich schöne Auslandferien und gutes Abstimmen.

5 people like this post.

Meine Abstimmungsempfehlung: 4x nein! und Ja zum Tanzen!

NEIN zur Volksinitiative «Zur Durchsetzung der Ausschaffung krimineller Ausländer (Durchsetzungsinitiative)»

Das von Parlament beschlossene Gesetz zur Umsetzung der Ausschaffungsinitiative ist noch nicht einmal in Kraft getreten, deshalb ist die Durchsetzungsinitiative eine reine Zwängerei. Sie ist aber auch inhaltlich völlig unverhältnismässig, weil sie für einen willkürlichen Katalog von Bagatelldelikten zwingend eine Ausschaffung vorsieht und zu völlig ungerechten Resultaten führt.

NEIN zum Bundesgesetz über den Strassentransitverkehr. Sanierung des Gotthard-Strassentunnels (zweite Gotthardröhre)

Weil ich nicht 1.2 Mrd. für einen Pannenstreifen bezahlen will.
Bereits am 11. Oktober 2014 haben die Grünliberalen Delegierten den Bau einer zweiten Gotthardröhre klar abgelehnt. Die Vorlage des Bundesrates für den Bau einer zweiten Gotthardröhre ist aus Sicht der Grünliberalen eine Mogelpackung. Das einspurige Verkehrsregime in beiden Gotthardröhren würde unter dem Druck aus dem In- und Ausland schon nach kurzer Zeit fallen und der Alpenschutzartikel wäre damit Geschichte. Statt dem Bau eines neuen Strassentunnels, muss die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene konsequent vorangetrieben werden.

NEIN zur Volksinitiative «Keine Spekulation mit Nahrungsmitteln!»

Die Jungsozialisten wollen ihre Initiative nicht zurückziehen, obwohl mit den Positionslimiten im Finanzmarktinfrastrukturgesetz die Massnahme beschlossen wurde, welche gemäss FAO das beste Mittel zur Bekämpfung von Nahrungsmittelspekulationen ist. Die Jungsozialisten instrumentalisieren damit die Ärmsten für ihr Politmarketing, das ist inakzeptabel. Die Grünliberalen unterstützen Positionslimiten gegen schädliche Spekulation mit Nahrungsmitteln, aber sie sagen Nein zu dieser dogmatischen Initiative.

NEIN zur Volksinitiative «Für Ehe und Familie – gegen die Heiratsstrafe»

Die CVP-Initiative ist diskriminierend, weil sie die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in der Verfassung ausschliesst. Sie ist aber auch steuerpolitisch falsch: Statt einzig auf die sogenannte Heiratsstrafe abzuzielen, wollen die Grünliberalen ganz zu einem zivilstandsunabhängigen Steuersystem übergehen.

3 people like this post.

Die Schweiz ist des Wahnsinns – Ein Warnruf

Dieser Text stammt von Lukas Bärfuss. Der vielfach preisgekrönte Schriftsteller ist 1971 in Thun geboren, veröffentlichte zuletzt den Essayband „Stil und Moral“ im Wallstein Verlag. (Quelle: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/lage-in-der-schweiz-vor-parlamentswahlen-2015-trostlos-13856819.html).

Ich bin nicht mit allem einverstanden. Der Text bringt einem jedoch auf geniale Art und Weise zum Nachdenken über Zusammenhänge in der Schweiz und dieser Welt. Und vielleicht verändert er ja auch ihr Schweizbild einwenig. Lesen Sie selbst:

Ein Warnruf – Die Schweiz ist des Wahnsinns

Vor den Parlamentswahlen scheint die Lage so klar wie trostlos: Das Land ist auf dem falschen, rechten Weg. Mit der Kultur geht es bergab und mit den Medien auch. Es ist empörend. Ein Gastbeitrag.

Am kommenden Sonntag wählt die Schweiz das neue Parlament. Der dritte Rechtsrutsch in sechzehn Jahren scheint eine ausgemachte Sache zu sein; aber was viele hierzulande in Unruhe versetzt, ist nicht der Wahlsonntag, sondern der ebenfalls nahende 26. Oktober.

An jenem Montag läuft nämlich die Frist aus im Sammelspiel, das Migros, der größte Einzelhändler der Schweiz, in diesen Tagen veranstaltet. In seinen Filialen gibt es für jeden Einkauf über zehn Franken ein Glücksbeutelchen, darin eine von insgesamt fünfzig nationalen Sehenswürdigkeiten. Mit im Beutelchen ein Sticker, den der Sammler in ein Album kleben darf. Die Gebühr für das Heft wird durch die aufwendige Gestaltung gerechtfertigt. Vierfarbig glänzen da die schönsten Schönheiten des Schweizerlandes. Das Spalentor zu Basel, der Zytgloggeturm in Bern, das Schloss Chillon am Genfer See – und als Zugabe eine schillernde Postkarte, die je nach Betrachtungswinkel ihr Aussehen ändert: Im orange Nichts schwebt oszillierend eine Scholle mit den Umrissen der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Der Titel dieser famosen Sammelaktion: „Suissemania“.

Heiligtum direkte Demokratie

Eine Manie ist nach dem Pschyrembel eine psychotische Störung der Affektivität, häufig mit Wahnvorstellungen und Katatonie verbunden. Man muss dies alles nicht als Diagnose der hiesigen Malaise lesen. Man muss nicht, aber man kann. Wie auf der Postkarte verliert das Land auch in der Wirklichkeit mehr und mehr jede erkennbare Kontur. Zerrüttet von den globalen Stürmen, sucht das Land Halt in nationalen Monumenten, die mittlerweile auf Miniaturgröße geschrumpft sind, als Beifang des täglichen Konsums kostenlos abgegeben werden und problemlos in die persönliche Nippessammlung passen. Selbst der Werbespruch auf dem Umschlag scheint die hiesige Umnachtung aufzunehmen: „Mit vielen tollen Rätseln!“

Die Kräfte, die dieses Land im 21. Jahrhundert formen, werden derweil erfolgreich ignoriert. Wie Geister flößen sie den Menschen Angst ein und lähmen sie bis zur Katatonie. Keine der politischen Parteien hat den Mut, sich im Wahlkampf den realen Herausforderungen zu stellen. Dabei liegen sie meterhoch vor den Chalets des gebeutelten Heimatlandes, und es braucht enorme Verdrängungsleistungen, um an ihnen vorbeizusehen.

Am lautesten ist nach wie vor das Schweigen über das Verhältnis zur Europäischen Union. Die Situation ist einfach auch zu kompliziert: staatsrechtlich, diplomatisch und ökonomisch undurchschaubar und obendrein für jeden Politiker im Wahlkampf eine unerhörte Peinlichkeit. Wie soll er seinen Wählern auch erklären, was sie damals, am 9. Februar 2014, bei jener Abstimmung über die Masseneinwanderung, angerichtet haben? Und dass das Heiligste aller schweizerischen Heiligtümer, so himmelsgleich und gnadenreich, dass selbst die Spieledesigner es nicht gewagt haben, es in Plastik zu gießen, die direkte Demokratie nämlich, für diesen Unfall verantwortlich ist? Den nationalen Karren hat er so tief in den Dreck gefahren, dass keiner weiß, wie er jemals wieder befahrbaren Boden unter die Räder bekommen soll.

Was auf der Strecke bleibt

Europa ist auch im Herbst 2015 ein vergifteter Trank, von dem zu kosten, sich selbst robuste Naturen nicht trauen. So hält man sich allenthalben an den Trost seiner Halluzinationen, schließt die Augen und hofft, das Problem möge auf magische Weise von allein verschwinden. Keine erfolgreiche, aber dafür eine verbreitete Methode: Was riecht, wird auf den Balkon gehängt. So verpesten die zum Verlüften aufgehängten Kümmernisse mehr und mehr die Umgebung. Doch wer die Augen verschließt, mag sich auch die Nase zuhalten, auch wenn ihm dann bald die Hände für eine vernünftige Arbeit fehlen.

Zu tun gäbe es genug. Die Schweiz hat seit 1990 das niedrigste Wirtschaftswachstum aller OECD-Länder. Ein Umstand, den man hier angeht, indem man Arbeitnehmer drangsaliert, Arbeitszeiten verlängert und Löhne kürzt. Die Linke und die Gewerkschaften, von denen man Protest erwarten könnte, verharren in einer über Generationen angelernten Bravheit, glauben immer noch an den Arbeitsfrieden und den Sozialvertrag und haben noch immer nicht verstanden, dass sie vom Melker zur Kuh geworden sind.

Die Exportwirtschaft ächzt unter dem starken Franken, aber man deutet die monetäre Folter zum Ertüchtigungsprogramm um, das in der gesundbeterischen Logik der ökonomischen Elite schließlich dem gesamten Organismus zugutekommen wird. Weil sich höhere Angestellte gern beim Dauerlauf in Schwung halten, reden sie sich ein, auch eine Volkswirtschaft müsse ein wenig an die Grenzen gehen, um zu besseren Zeiten zu rennen. Was bleibt dabei auf der Strecke? Löhne, Steuern, Investitionen in Bildung und Forschung.

Ein Land unter Druck

Hoffnung für die Wirtschaft kommt nur aus deutschen Exklaven und den grenznahen Gebieten jenseits des Rheins. Dort hat man sich auf die Verhältnisse eingestellt und neue, innovative Geschäftsmodelle entwickelt. Weil die Schweizer Konsumenten schneller als die Politik begriffen haben, dass man den starken Franken in diesen Zeiten besser hortet als ausgibt, kaufen sie ihre Ware gerne bei ausländischen Lieferanten im Internet. Die fakturieren glücklicherweise in Euro, also viel billiger. Und um gleich noch die Mehrwertsteuer zu sparen, lässt sich der helvetische Shopper das Paket an eine deutsche Adresse schicken. Und so erblüht das deutsche Jestetten, fast ganz von schweizerischem Territorium umgeben, im Zug der florierenden Paketdienste. Getränkehändler und Frisörsalons stellen ihre Postadressen preisbewussten Schweizern zur Verfügung, nehmen die Ware in Empfang, lagern sie treu, bis der Eigentümer sie auslöst. Die Autokolonnen am Wochenende und nach Feierabend nimmt man in Kauf. Schließlich verdient man ordentlich. In Jestetten. Für die schweizerische Volkswirtschaft bedeutet der Einkaufstourismus im laufenden Jahr einen Schaden von elf Milliarden Franken.

Ganz zu schweigen vom Geld, das der öffentlichen Hand durch die Schlaumerei entzogen wird. Die demographische Entwicklung wird die Altersvorsorge zusätzlich demontieren, aber darüber hört der Schweizer selten Verlässliches. Sicher ist nur: Die Kantone stöhnen unisono unter Haushaltsdefiziten. Und auch diese Jeremiaden werden so wenig Anlass zum Handeln wie der von der Regierung längst versprochene Energiewandel. Der älteste Atommeiler der Welt steht bekanntlich auf schweizerischem Boden. Das Kernkraftwerk Beznau produziert ebenso zuverlässig Strom wie Störfälle. Internationale Experten schütteln über die Fahrlässigkeit den Kopf. Die Aktien der Trägergesellschaft liegen vollständig in den Händen der Kantone, und die verspüren wenig Lust, für sicheren Strom mehr Geld zu bezahlen. Und so lässt man den Lotter-Reaktor weiter brennen. Und hofft, der Herrgott im Himmel möge der Eidgenossenschaft weiter so gnädig sein wie bisher und das Schlimmste verhindern.

Niemand sollte glauben, dass sich das Land nicht verändert. Im Gegenteil. Es transformiert sich so schnell wie Ektoplasma aus Hollywood. Die Form, die es sich anzunehmen schickt, ist nicht dem himmlischen Schicksal überantwortet, sondert reagiert, wie jedes Plasma, auf Druck. Und Druck ist reichlich da. Dass sich die Schweiz seit zwanzig Jahren in einem Kulturkampf befindet, bezweifelt niemand mehr. Obwohl es einige Pessimisten gibt, die behaupten, dieser Kampf sei bereits entschieden und seit kurzem vorbei.

Notorische Lügen

Die nationale Rechte lässt die Bären tanzen, wo und wann sie will. Was die Schweiz von Ländern wie Frankreich und Österreich unterscheidet, sind die 3,6 Milliarden Privatvermögen, über die der Extremismus hierzulande verfügt. Geld in den Händen eines chemischen Industriellen, Christoph Blocher, der seit Jahr und Tag das Land mit seinen obskuren Ideen inspiriert. Kunstsinnig wie immer, ist er auf seine alten Tage zudem großzügig geworden. Der Mann besitzt nicht nur Milliarden, er scheint mehr und mehr gewillt, sie auch auszugeben.

Zum Frühstück spendiert er sich die erste öffentliche Ausstellung seiner privaten Gemäldegalerie in einem respektablen Kunstmuseum, dem Oskar Reinhart Museum in Winterthur, das des Industriellen Sammlung hiesiger Genremaler ausstellen darf und ihn dafür mit dem Glanz des Gönners salbt. Und weil ein rechtsnationaler Sammler mit Sendungsbewusstsein ein paar Selbstporträts veröffentlicht sehen will, kauft sich der Mäzen gleich die passende Publikation dazu. Das „Du“-Magazin, über Jahrzehnte das Zentralorgan des honorablen, kunstbeflissenen Bürgertums, hat praktischerweise sein Konzept gewechselt. Nun kann jeder, der sechzigtausend Schweizer Franken zu zahlen bereit ist, das Blatt komplett buchen, und niemand stört sich daran, dass eine Zeitung, die einmal bekannt war für die Arbeiten von Werner Bischoff und Hugo Lötscher, eine Woche vor den nationalen Wahlen den politischen Extremismus mit den Weihen der Kunst bemäntelt und rechtfertigt.

Das bunte Blatt im Hochformat reiht sich damit ein in die neue mediale Front, die von der „Zürcher Weltwoche“ über die „Basler Zeitung“ alle jene verbindet, die bereit sind, ihre journalistischen Standesregeln zu verhökern. Das Geschäftsmodell dieser Parteiorgane sorgt sich längst nicht mehr um Inserate, Abonnenten oder gar Leser. Wie die Defizite gedeckt werden, hat selten jemand gefragt, nie jemand recherchiert. Einer solchen Aufgabe scheinen die schweizerischen Medienhäuser zurzeit nicht gewachsen zu sein. Man begnügt sich mit den notorischen Lügen der Beteiligten.

Gezählt wird nur noch mit neun Nullen

Schweizerische Medien? Muss man sich um sie Sorgen machen? Man muss nicht, aber man sollte vielleicht. Der Durchmarsch der Rechten hat gerade erst begonnen. Den Sturm auf die Chefredaktion der „Neuen Zürcher Zeitung“ konnte eine mutige Redaktion gerade noch verhindern. Bei der Neubesetzung der Feuilletonleitung ist ihr das leider nicht mehr gelungen. Der rechte Verwaltungsrat hat aus der vorigen Niederlage gelernt und im letzteren Fall den Arbeitsvertrag wohl zuerst unterschrieben – und dann erst über die Personalie informiert. Was vom neuen Kulturchef zu erwarten ist, bleibt abzuwarten. Ein Schuft, der an seiner Haltung zweifelt, nur weil sein letzter Arbeitsort eine Publikation mit einschlägig faschistischer Vergangenheit ist. In diesem Familienstück der Reaktionäre hieß der Chefredakteur früher „Hauptschriftleiter“, die Financiers hofierten Hitler und versorgten den Faschismus mit Barschaft. Heutzutage kommt das Geld von einem Privatbankier, der sein Institut unter dem Druck der amerikanischen Steuerbehörden verscherbeln musste. Aber auch danach blieb offensichtlich genug Geld und Einfluss übrig, um seinen journalistischen Zögling in eine der einflussreichsten Positionen der deutschsprachigen Publizistik zu hieven. Qualifikationen? Unnötig. Internationale Erfahrung? Das wäre in diesen Tagen geradezu unerwünscht.

Aber es gibt ja noch die Konkurrenz auf der anderen Seite der Sihl. Leider scheint auch mancher Redaktor des „Tages-Anzeiger“ mittlerweile von den ewigen Budgetkürzungen zermürbt. Anders kann man es sich nicht erklären, dass der dortige Kulturchef in dasselbe Horn wie jener Schriftsteller bläst, der neulich in der NZZ zur Schließung von Theatern aufgerufen hat und obendrein die nicht ganz von der Hand zu weisende Behauptung aufstellte, Dichter von seiner Sorte gebe es zu viele – ein Mann, der am Schweizerischen Literaturinstitut den Nachwuchs ausbildet. Solche spektakulären Pointen kann man bei der NZZ noch verlässlich dem neoliberalen Schema und ihrem Duktus zuordnen.

Beim „Tages-Anzeiger“ scheinen sie bisweilen nur noch verwirrt zu sein. Das ist allerdings kein Wunder in einem Haus, das fünfzig Prozent des Geschäfts nicht mehr mit Journalismus, sondern mit Adresshandel und einem Internetauktionshaus verdient. Noch weniger erstaunlich ist, es wenn man weiß, dass in diesem Mischkonzern in den letzten Jahren eine gute Milliarde von den Redaktionen zu den Aktionären verschoben wurde. Hierzulande zählt man nur noch mit neun Nullen. Für manches Rückgrat in den Redaktionsstuben ist das nicht ohne Folgen geblieben.

Ein Volk von Zwergen

Hoffnung brächte eigentlich das gebührenfinanzierte Staatsfernsehen. Doch was man dort von Kritik hält, zeigt sich in der Art und Weise, wie man mit Intellektuellen umspringt. Ein kritischer Film über die Schweiz, verantwortet vom Schriftsteller Robert Menasse und dem Übersetzer Stefan Zweifel, wurde kurzerhand aus dem Programm gekippt. Und auch hier fanden die Verantwortlichen, als sie sich nach Tagen zum ersten Mal vernehmen ließen, nur die Fadenscheinigkeit der mangelnden Qualität und also die bekannte Rückzugsposition aller Feiglinge als Rechtfertigung für die Zensur.

Vertrauen kann ein Schweizer Bürger heute eigentlich nur noch auf die Justiz. Allerdings nicht auf die schweizerische, sondern auf die amerikanische. Sie sorgt regelmäßig dafür, dass die Eidgenossenschaft den Kontakt zu den zivilisatorischen Nationen nicht ganz verliert. Ohne die Staatsanwälte aus Übersee hätten die Banken das Gold der ermordeten Juden bis heute nicht zurückbezahlt. Die internationalen Steuerhinterzieher würden sich immer noch auf das Bankgeheimnis verlassen können. Und korrupte Sportfunktionäre könnten weiterhin unbehelligt von Zürich aus die Jugend der Welt an den Mammon verkaufen. Da nimmt man als Bürger die peinlichen Wildwest-Szenen aus den Straßen Zürichs, die im Sommer um die Welt gingen, gerne in Kauf.

Ein Volk von Zwergen will man hierzulande sein und bleiben. Darauf besteht man durch alle sieben Böden und bis ins hinterste Tal. Und man zeigt sich jetzt immer erstaunter, dass man vom Ausland plötzlich auch als Zwerg behandelt wird. Die Schweiz hat immer weniger zu sagen. Die Verhandlungen über das europäisch-amerikanische Freihandelsabkommen finden selbstverständlich ohne die Schweiz statt. Die neuen Bestimmungen in allen wirtschaftlichen Bereichen werden die Schweiz in einer Weise verändern, die die Torturen der letzten Jahre als lockere Dehnungsübungen aussehen lassen werden. Als Schweizer hat man dazu kein Wort zu sagen, aber wir werden natürlich nachvollziehen müssen. Der einzige Trost liegt im Umstand, dass man sich auch daran mittlerweile gewöhnt hat. Ein guter Teil der eidgenössischen Verwaltung ist damit beschäftigt, Gesetze nachzuvollziehen, die nicht in Bern, sondern in Brüssel oder New York erlassen wurden.

Böses Erwachen

Als Schweizer hat man in der globalisierten Welt nichts mehr zu sagen. Gefühle der Ohnmacht werden gerne mit großen Worten kompensiert. Und wenn große Worte nicht mehr reichen, nimmt man eben unanständige. Der Populismus wird immer frecher, die Anwürfe immer primitiver. Im Schweizer Fernsehen muss sich ein Moderator zur besten Sendezeit auf eine Weise antisemitisch angehen lassen, die in keinem anderen Land möglich wäre, vielleicht mit Ausnahme Irans. Die Empörung darüber hält sich in sehr engen Grenzen. Genauso wenige stört es, wenn die größte Partei der Schweiz mit Nazisymbolen Werbung macht. Die Einzige, die ihr Fett abbekommt, ist die Schriftstellerin, die darauf hingewiesen hat, dass die Ziffernfolge „88“, die in diesem Wahlclip einer Bundesratspartei präsentiert wird, unter Nazis als Chiffre für „Heil Hitler“ steht. Sie muss sich von den Parteiideologen in ihren Kampfschriften anpöbeln lassen und erhält Morddrohungen, wie sie viele kennen, die hierzulande kritische Fragen stellen.

Man darf sich deswegen nicht beklagen. Andere zahlen einen noch höheren Preis. Etwa jener jüdische Mitbürger, der in Zürich am helllichten Tage von einem braunen Mob angegangen wurde. Zusammenhänge? Man wird doch nicht so paranoid sein! Suissemania: Der Wahnsinn, die Katatonie, die psychotische Störung können nicht ewig herrschen. Die Vernunft hierzulande ist nicht tot, sie schläft einfach sehr, sehr tief. Es wäre an der Zeit, sich zu regen und den Monstern zu trotzen, die ihre Ruhe gebiert. Sonst wartet am Ende einer langen Nacht ein böses Erwachen und als Trost nur die Nippessammlung, das Kloster Einsiedeln, die Schlacht am Morgarten und das Schellen-Ursli-Haus im schönen Graubünden, jedes davon durchschnittlich drei Zentimeter groß, aus ordinärem Plastik und selbstverständlich made in China.

Be the first to like.

Meine Nationalratskandidatur 2015

Liebe Freunde

Indem ich auf kantonaler Ebene politisch eine Pause eingelegt habe, konnte ich neue Kraft und Motivation tanken für die nächsten Projekte. Unter anderem haben wir vor Kurzem in Bremgarten die Grünliberalen gegründet, wir organisieren am 25. September um 19.30 Uhr im Casino in Bremgarten eine Podiumsdiskussion mit allen Ständeratskandidierenden und ich kandidiere für den Nationalrat (bescheiden) auf der Jungen Liste der glp (weil ich mich auf die Anwaltsprüfung vorbereiten möchte und dort meine Energie investieren will). Nichtsdestotrotz kommen meine Stimmen der glp auch zu Gute und gleichzeitig sind solche Wahlen ein Vorbote für die kommenden Grossratswahlen, bei denen ich etwas aktiver von der Partie sein möchte. Ich würde mich sehr über einen kleinen persönlichen Achtungserfolg freuen. Also vergesst mich nicht, auf eure Liste zu setzen. 

Unter folgendem Link findet ihr unser Wahlkampf-Flyer – ein Kochbuch. Einerseits möchten wir mit dem Kochbuch auf die Eigenverantwortung der Konsumenten anspielen, andererseits ist es Wahlwerbung die hoffentlich nicht gleich im Abfall verschwindet.

Herzlichen Dank für eure Unterstützung.

Beste Grüsse

Dominik

4 people like this post.

Neues Präsidium für die Grünliberalen Aargau

Die Grünliberalen Aargau wählten anlässlich der Mitgliederversammlung vom 26. September 2014 ein neues Präsidium. Andreas Mahler und Dominik Peter gaben bereits vor einiger Zeit den kommenden Rücktritt bekannt. Neuer Präsident ist Beat Hiller, Ruth Jo Scheier bleibt 1. Vizepräsidentin und erhält Unterstützung vom neuen 2. Vizepräsidenten Peter Jann.

Präsident Andreas Mahler und Vizepräsident Dominik Peter gaben bereits im Frühling bekannt, dass sie ihre Ämter aus persönlichen Gründen spätestens im Herbst 2014 niederlegen werden. Andreas Mahler wird sich voll und ganz seinem Exekutivamt in der Gemeinde Fislisbach und Dominik Peters einer Ausbildung zum Anwalt widmen. Um eine geeignete Nachfolge zu gewährleisten, wurde eine Findungskommission eingesetzt. Die Findungskommission war in ihrer Arbeit erfolgreich und konnte der Mitgliederversammlung äusserst gute Wahlvorschläge unterbreiten. So wurden auch alle vorgeschlagenen Kandidaten von den Mitgliedern einstimmig bestätigt. Ab sofort übernimmt Beat Hiller das Amt des Parteipräsidenten. Er präsidiert seit geraumer Zeit die glp Bezirkspartei Lenzburg und übte bisher das Amt des Kassiers der Kantonalpartei aus. Beat Hiller ist deshalb bestens mit allen Abläufen vertraut und für unsere Partei ein Wunschkandidat. Umso erfreulicher ist, dass er sich als Kandidat zur Verfügung stellte und nun das Amt definitiv ab sofort übernimmt. Das Vizepräsidium stellt sich neu aus Ruth Jo Scheier und Peter Jann zusammen. Ruth Jo Scheier führt demnach ihre bisherige Funktion weiter, wird aber neu an Stelle von Dominik Peter durch Peter Jann unterstützt. Peter Jann ist nicht nur erfahrener Einwohnerrat in Aarau, sondern ebenso Direktor des Naturamas. Wir freuen uns daher auch auf hervorragenden inhaltlichen Input in der Geschäftsleitung. Weiter wird nebst der Fraktionspräsidentin Barbara Portmann neu Mateusz Taras der Geschäftsleitung beisitzen. Er war massgeblich am Aufbau der Bezirkspartei in Laufenburg beteiligt, in der er weiterhin das Amt des Kassiers ausüben wird. Das Amt des Kassiers wird auf 2015 neu besetzt. Beat Hiller wird die Rechnung 2014 noch abschliessen.

Quelle: ag.grunliberale.ch

Be the first to like.

Einwohnerratswahlen 2013 in Baden

Mein Kurzstatement für die Aargauerzeitung

bewerbungsfotoBaden ist. Bis vor kurzem gab es hier keine Partei, welche die Umwelt schützt und gleichzeitig die Unternehmen von Baden stärkt. Mit der Gründung der Grünliberalen konnten wir dies ändern. Ich wünsche mir für Baden, dass es nachhaltig weiter wächst und an überregionaler Wichtigkeit gewinnt. Dies geschieht mit der Verlängerung der geplanten Limmattalbahn, der Zusammenarbeit mit umliegenden Gemeinden, der Schaffung eines lokalen Qualitätslabels, um das Lädelisterben zu verhindern, sowie der Förderung von Selbstinitiative.

Was dies konkret bedeutet und wie meine Ideen aussehen, dürfen Sie gerne auch persönlich an den kommenden drei Samstagen am Marktstand neben der Bäckerei Moser in Baden mit mir diskutieren. Falls Sie mich schon jetzt für meeega super gut, sympathisch und fähig halten, danke ich Ihnen für Ihre Stimme(n).

Dominik Peter, 26 Jahre, MLaw

4 people like this post.

1. August 2013 – Festansprache in Künten

Liebi Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebi Künterinne und Künter

Es isch für mich e grossi Ehr hüt vor Ihne die 1. August Ansprach halte z’döffe und Ihne mini Gedanke zum 1. August und zu eusem Land chönne mitzteile.

Es isch für mich s’erste Mal, dass ich so öbis döf und freu mich drum bsonders, dass ich ahgfragt worde bin. Da nöd jede Tag 1. August isch und dass mir die Red au glingt, hani politische Grössene und interessante Schwizer Schriftsteller, wie zum Bispiel em Adolf Ogi, em Christoph Blocher oder em Pedro Lenz, über dSchultere gluegt. Ich will das eifach vorus schicke, nöd das es denn heisst, ich hägi plagiert – guet Gmeind Chünte verleiht mir ja ken ETH Titel, aber trotzdem söttet Politiker generell biz ehrlicher werde und wenn mer sich a öbis guetem orientiert, denn chamer das ja au erwähne.

Aber zrug zum Wesentliche:

Hüt het dSchwiz nämli zum 722sten Mal Geburtstag.

Die meiste Länder hend noni soviel Geburtstäg gah.
Die meiste Länder sind no neuer als dSchwiz.
Die meiste Länder sind jünger als dSchwiz.
Die meiste Länder sind grösser als dSchwiz.
Die meiste Länder sind weniger rich als dSchwiz.
Die meiste Länder sind anderst als dSchwiz.
Die meiste Länder sind eus fremder als dSchwiz.

Um nöd z’vergesse, dass mir Schwizer sind, dass nur Schwizer Schwizer sind und dSchwiz dSchwiiz isch, fiiret mir de 1. August, euse Nationalfiiertig.

D’Schwiz, wo hüt Geburtstag hed, isch wenn mers gnau ahluegt eigentlich nüt anders als en Idee. dSchwiiz isch dIdee vo Lüüt, vo de alte Eidgenosse, wo sich zäme da händ und gseit hend „miteinand gaht’s besser als gegenenand“. D’Schwiiz isch en idee; D’Schwiiz hed kein andere Existenzgrund; dSchwiz hed ke geografischi Logik; dSchwiz hed kei ethnografischi Logik; dSchwiz isch usere Idee entstande: Us de eifache Idee, mer will zunenand luege und enand helfe.

Us dere Idee isch eusi Heimat entstande.

Für mich isch de 1. August drum de Geburtstag vo minere Heimat. Heimat isch für mich döt, wo ich mini Familie und mini Fründe ha. Wo ich verstande werde (oder mängisch au nöd J). Wo ich mich wohl fühle. Wo ich mich sicher fühle. Wo ich mitbestimmen döf.

Mini Heimat isch d’Schwiz, de Kanton Aargau und sicher au Künten, wo ich ufgwachse bin, und drum wünsch ich Ihne nur s’Beste zum 1. August 2013.

Hüt isch en Tag vo de Dankbarkeit. 

Mir blicket zrugg uf meh als anderthalb Jahrhundert vomene Leben in Frieden und Freiheit; mir gönd sogar soweit, dass drüber abgestimmt wird, ob die Dienstpflicht abgeschafft werde söll. Ich finde eher, mer sött sMilitär au für d’Fraue obligatorisch mache. Das ist aber en anderi Idee.

Trotzdem Freii meinigsüsserig, frei denke, frei rede, frei handle, frei drüber urteile was eine seit oder ebe grad nöd seit, das isch Tradition, das isch Schwiizer Tradition, das isch eusi Kultur, das isch Schwizerisch.

Drum isch hüt au en Tag vom Stolz. 

Mir blicket mit Stolz zrugg uf meh als anderthalb Jahrhundert demokratischi Tradition.

Trotz dere demokratischer Tradition, trotz Bundesverfassung, trotz Zusammenhalt, trotz Freiheit gits leider immer no Lüüt, wo ihri Gier und ihre Egoismus, die saubere Hömli, die subere Autos und die subere Vorgärtli mit Schweizer sii verwechslet.

D’Idee „mitenand gahts besser als gegenand“ isch Schwizerisch. Viellicht sogar patriotisch, aber patriotisch imene positive Sinn.

Patriotisch sii, heisst das Land, d’Landschaft und dLüüt vo dem Land gern zha. sLand gern ha mit de Idee’e wo idem Land entstönd. Wenn mer es Land gern hed, treit mer im Land au Sorg. Das heisst, mer chan und döf s’Sorg geh im Land nöd eifach ad Polizei, d’Lehrer, an Bundesrat oder irgendwelche Milliardäre am Züri Berg delegiere. Nei, jede vo eus muess dEigeverantwortig und dVerwantwortig für’s Land selber wahrneh.

So isch zum Bispiel us de Idee Energiestadt Künte, en guete Schwizer Kompromiss worde: Nämli d’Energie – Kommission Künte, wo schlagchräftig scho einzelni Projekt zäme mit em Gmeindrat hed chönne umsetze und minere meinig nah en Kompromiss isch, wo für alli passt und sOptimum useholt. Und da druf döfet mir als Dorf au stolz sii.

Hüt isch aber au en Tag vo de Zueversicht.

Mir blicket uf wichtigi politische Entscheidige ide Schwiz segs im Finanzsektor, Steuerabkommen, Flughafenproblematiken, Autobahnvignette, Gesundheitspolitik, die Frage, ob Homosexuelle heirate döfet, wo und wie wämmer eusi Energie produziere und verbrauche, döfet Chind ide Schuel es Chopftuech träge, söll mer dChind mit em Auto id Schuel fahre oder wärs viellicht nöd gschider, wenn dChind die 500 – 1000 m selbständig id Schuel laufet? Aber au d’Frag vo de Zuwanderung isch sicher nöd ds’unterschätze.

Die Schwiz ist gerüstet für die Herausforderige. Die Schweizerinnen und Schweizer sind bereit neui Idee’e z’entwickle und trotzdem alti wichtigi Traditione und Tugende nöd zvergesse. Eusi vier Kulturen, eusi vier Sprachregionen, eusi 26 Kantön, eusi 2500 Gmeinde bewieset immer wieder de Wille, enande zuezlose, ufeinander zuezgah, s’Gemeinsame über s’Trennende d’stelle.  Das macht euses Land au us. Das macht eusi Willensnation us. das isch dSchwizer Idee und füehrt zu de guete Schwiizer Kompromiss.

Das macht aber auch den typischen Künter us, wo im Schulvertrag zum Beispiel zuegstimmt hed, im Gegensatz zum Stetter (wos viellicht glich no macht). Das isch aber au weder en anderi Idee.

De Schwiz gaht’s richtig, richtig guet und mir hend es Glück i somene Land chönne dslebe, wo jede wo will, cha schaffe, wo jede es Dach überem Chopf hed, wos gnueg Esse gid, wo jede id Schuel döf und wo Fraue und Manne glichviel Wert sind. Gerade drum möcht ich de Dankbarkeit, im Stolz und de Zuversicht öbis Vierts biifüege: Hüt isch au en Tag vom Träume!

Ich träume vonere Schwiz, wo jede Bürger sini Wünsch und Idee chan verwürkliche. Ich träume vonere Schwiz, wo sich ide Welt und in Europa meh ihbringt und ihri Positione stärker verträte tuet. Ich träume vonere Schwiz, wo es Vorbild für anderi Länder isch und villicht sogar, so de eint oder ander Chrieg no wird verhindere. Ich träume aber au vonere Schwiz, wo sich usschliesslich mit erneuerbaren Energien selber versorgen kann. Ich träume vonere Schweiz, wo a de Idee festhaltet „miteinand gaht’s besser als gegenenand“.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Ich lade Sie ih, mit mir z’träume und die Träum wahrwerde ds’lah! Und nemet Sie d’Idee vo eusne alte Eidgenosse „mitenand gahts besser als gegenand“ fürs kommende Jahr mithei.

Ich ha dsdanke, denn danke isch au Schwizerisch, danke für dUfmerksamkeit Und danke fürs zuelose. Ich wünsche Ihne vo ganzem Herze no es schöns Fescht!

Merci viel Mal!

4 people like this post.