Mein Votum zum Verpflichtungskredit der FHNW

Ich habe im vorhergehenden Traktandum zum Jahresbericht 2016 aus Effizienzgründen im Rat darauf verzichtet, etwas zu irgendwelchen Big Boats und Segelschiffen zu erzählen. Das heisst nicht, dass die FHNW für die Grünliberalen weniger wichtig ist. Nichtsdestotrotz möchte ich an dieser Stelle der gesamten FHNW, dem Fachhochschulrat und der Fachhochschuldirektion sowie allen Dozierenden und Studenten für ihre Arbeit, die jeden Tag zugunsten unserer Zukunft und eines wirtschaftlich erfolgreichen Kantons geleistet wird, danken und gratuliere zum erfolgreichen Geschäftsergebnis. Der vierfache Leistungsauftrag beinhaltet Ausbildung, Weiterbildung, anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung sowie Dienstleistungen für Dritte. Aus Sicht der Grünliberalen liegt diesbezüglich ein vertretbares Globalbudget vor. Einzelne Mitglieder der Partei sind der Meinung, dass die Zitrone noch nicht vollständig ausgequetscht ist. Für mich stellt sich die Frage, ob diese vollständig ausgequetscht werden muss. Jedoch zeichnet sich auch in Zukunft eine anspruchsvolle Leistungsperiode ab, in welcher doch einige grosse Risiken auf die FHNW zukommen. Ich denke an die Löhne, an die Streitigkeiten um die Löhne und um die Pensionskassen oder auch an die Bundessubventionen, welche möglicherweise nicht kommen oder anders fliessen. Diesen Umständen ist Rechnung zu tragen. Wir sind uns aber auch bewusst, dass sich die FHNW nicht nur an der Kostenseite orientieren darf und muss, sondern ihre Dritterträge auch im Griff haben muss, um erfolgreich zu wirtschaften, insbesondere wegen der erwähnten Bundessubventionen. Gleichzeitig begrüssen wir den Entwicklungsschwerpunkt hinsichtlich der technologischen Weiterentwicklung. Es macht aus unserer Sicht Sinn, gerade im Bereich des digitalen Wandels, der sogenannten Digitalisierung, einen Schwerpunkt zu setzen und die Hochschule fachübergreifend entsprechend weiterzuentwickeln. Obwohl ich nie an der FHNW, sondern an einer anderen Hochschule studiert habe, hat die FHNW bei mir persönlich in den letzten Monaten, auch wegen der offenen Kommunikation und des souveränen Auftritts der Direktion und des Fachhochschulrats, grosses Vertrauen gewonnen und Einiges gutgemacht. Ich möchte Ihnen noch einmal für die Art und Weise danken, wie Sie uns Grossräten zur Verfügung stehen und die offene freundliche Kommunikation, auch hinsichtlich kritischer Fragen. Es zeigt, dass Sie Ihr Dossier im Griff haben. Die Grünliberalen genehmigen daher den Leistungsvertrag der Fachhochschule und stimmen dem Verpflichtungskredit zu.

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1. August Rede in Bremgarten 2017

Gschätzti Dame und Herre Stadtröt, Liebi Bremgarterinne und Bremgarter, Geschätzti Fründe und Bekannti, Liebi Gäst vo nah und fern

Alle Jahre wieder – alle Jahre wieder fiiret mir de ersti August. Und alle Jahre wieder haltet mir Rede. Rede über dSchwiiz und mir machet eus Gedanke zum Lebe, eusem Land und eusere Welt, wo mir drinne lebet. Und alle Jahre wieder, besinnet mir eus nach eusere Identität mit eusem Land. Das isch e schöni Tradition. Und ich danke Ihne, dass ich hüt die ehrevolli Ufgab vor dere wunderschöne Kulisse da zBremgarte döf überneh und die Tradition wiiterzfüehre chan.

Wie isch es da dezue cho?

16 isch mini Glückszahl und sJahr 2016 isch für mich im wahrsten Sinne des Wortes es Glücksjahr gsi. Ich bin letscht Jahr, churz nach mim 30. Geburtstag und churz nach bestandener Ahwaltsprüefig, in Grosse Rat gwählt wurde – no bevor ich überhaupt einisch im Rat gsi bin – isch denn scho sEmail vo Bremgarte Tourismus cho, wo’s gheisse hed: Bremgarte hed jetzt wieder en Grossrat, jetzt hemmer eine, wo en erst August Red chan halte. Ich ha de natürlich sofort zuegseid. Im Wüsse, dass da nöd nur mini einzig Ufgab da in Bremgarte isch. Im Bremgarter Bezirksahzeiger hani denn glich no eis druf geh und gseit: „Ich möchte den Nagel auf den Kopf treffen.“ Damit mir das au glingt, hani zur Sicherheit au en Hammer und en Nagel debi.

Ich chum spöter uf de Hammer und die Nagel zrugg.

Mit minere Red möcht ich ihne zeige, was de erst August für mich bedütet. Zum bi ihne en Nagel ihdschlah oder Sie zu mindest es biz zum denke ahdsrege. Ich hoffe natürlich, dass sie mich nachher nöd gad amene Nagel ufhenket.

Die Idee Schweiz:

D’Schwiz isch, wenn mers gnau ahluegt, eigentlich nüt anders als en Idee. dSchwiiz isch dIdee vo Lüüt, vo de alte Eidgenosse, wo sich zäme da händ und gseit hend „mitenand gaht’s besser als gegenenand“. D’Schwiiz isch en idee; D’Schwiiz hed kein andere Existenzgrund; dSchwiz hed kei geografischi Logik; dSchwiz hed kei ethnografischi Logik; dSchwiz isch usere Idee entstande: Us de eifache Idee, mer will zunenand luege, enand helfe und zäme simmer stärker als elei! Das isch dIdee vo de Schwiiz. Die Idee gseht mer sogar im Bundeshuus. Det giz e Deckebemalig mit em inoffizielle Wahlspruch vo de Schwiiz. De heisst: Unus pro omnibus, omnes pro uno. J Das isch latinisch, aber mir kennet de Spruch au vom Alexandre Dumas sim berühmte Roman die Dreimusketiere. Es heisst nüt anders als EINER FÜR ALLE, ALLE FÜR EINEN.

So isch de Spruch au i zahlriche neuere Bundesbriefe festgehalte wurde, was schlussendlich Grundlag für Gründig vo eusem hütige Bundesstaat isch. Und bis hüt zu eusem Zämehaltsgfühl biitreit hed.

I de Schwiiz isch das „einer für alle und alle für einen“ en klare Usdruck vo eusere Willensnation. E Willensnation brucht au en Zweck, will ohni Grund isch mer ja nöd eifach so freiwillig mit de Tessiner, de Walliser, de Romands und de Thurgauo zäme. Will die verstömmer ja gar nöd recht da zBremgarte. Spass bei Seite. Ide Schwiiz bildet de gemeinsame Wille – s’Maximum a politischer Freiheit zgnüsse – de gmeinsami Zweck.

Eini vo de wichtigste Vorussetzige für eusi Willensnation isch drum e dezentralisierti oder au föderalistischi, vom Volk her ufbauti Demokratie und dademit wird vor allem de verschiedene Minderheiten die grösstmöglich Selbstbestimmig gewährt. Es setzt aber au dBereitschaft vo de Mensche i dem Land vorus, viel Verantwortig züberneh. Sie chönd nämlich mitbestimme a de Gemeindeversammlige oder a Volksabstimmige, mer cha sich im Stadtrat oder i verschiedene Kommissione für d’Jugend oder i de Schuelpfleg engagiere. All das isch Usdruck vo de Idee Schwiiz: Einer für alle, alle für einen. DASS DAS KLAPPET, MUSS ABER JEDE MITMACHE und jede muss sich mit aktuelle Theme beschäftige. Denn e Demokratie lebt vo ihrem Volk, und wenn’s im Volk egal isch, was i dem Land passiert, hemmer plötzlich es Problem. Drum isch es wichtig, dass sich vorallem au Jungi für’s Gschehe i dem Land interessieret und engagieret.

Ei frag hani glich no: Wer sind denn alle? Und wer isch de einti, wo da alli für ihn sind? Ich glaube mir cha euses Land mitere gute Fuessballmannschaft vergliche. Villicht sogar eusere Fuessballnationalmannschaft. Die werdet nämlich dur die verschiedene Ursprüng, wo all die Spieler hend au zumene wahnsinnig starke Kollektiv – so wie eusi Nation.

Und wenns etzt lüüt gid, wo findet, ide Schwiizer Fuessballnationalmannschaft spielet ja gar kei richtigi Schwiizer, denn frag ich Sie, gschätzti Dame und Herre: „Was isch denn Schwiizerischer als dSchwiizer Fuessballnationalmannschaft?“ Die verkörpert doch genau die Idee vo Verschiedeheit vo eusem Land und trotzdem isch es en Einheit, es guet Team, wo zäme hebt, jede sini ufgab hed und doch international prägt wird. So wie euses Land: 26 Kantön, 4 Sprache, meh als 100 Internationali Organisatione und gfühlti 25 verschiedeni Schuelsystem. Das isch doch genau typisch schwizerisch. Es gid drum nöd e liberali Schwiiz oder e konservativi Schwiiz, es gid au kei schwarzi oder wissi Schwiiz, es gid au kei homesexuelli oder heterosexuelli Schwiiz – nei es gid nur ei Schwiiz! Und das sind mir. Und jede vo eus treit da es Stuck bi. Und ich bin überzügt, wenn de Behrami es Goal schüsst oder de Yann Sommer de Penalty im WM Final hebt. Chund dene ehre Ursprung nöd druf ah und au de Christoph Blocher lüfts vom Sitz. Alle für einen, einer für alle. Das isch euse Leitspruch. Jetzt muss eusi Nationalsmannschaft nur no Weltermeister werde. Und sust isch nöd so schlimm, mir händ ja no de Roger Federer.

Zum di vorherig Frag zbeantworte: Alle sind mir und einer isch jede einzeln vo eus. Jede einzeln vo eus, hed dMöglichkeit das Land zbeiflusse und en Nagel ihdschlah. Segs mit sinere Stimm, sim Engagement für Kultur, Sport, dJugend oder als Unternehmer, jede wo mitmacht und mitdenkt, haltet das Land am Lebe. Mir Mensche sind somit de Puls vo eusere Nation. Und jede, wo en Idee hed, chan die Idee ihbringe und es wird drüber diskutiert. Das nennt mer Demokratie. Demokratie isch zwar nöd en Erfindig vo de Schwiizer, aber dSchwiiz isch sicher das Land gsi, wo die Demokratie unglaublich guet umgsetzt hed. Das heisst, die wichtigst Rolle i eusem demokratische Land hed nöd de Präsident und au nöd Regierigsrat und scho gar nöd dAargauerziitig oder Twitter! Die wichtigst Rolle im Land isch die vo jedem einzelne Bürger da! Ich bin drum Fan vo eusem Land und eusem System. Au wenn das System mich mängisch unglaublich fest nervt und mir im Grossrat ganz viel Sache 3 oder 4 Mal diskutieret und s’System drum au langsam isch, aber dafür beständig, Rechtssicherheit bütet und alli mitrede chönd, wo mitrede wänd. So findet mir i de Regel de berühmti Schwiizer Kompromiss.

dSchwiiz hed scho ganz früeh de Wille zum Kompromiss und zum zäme sii verkörperet. Aber sie hed no viel meh verkörperet: Offeheit, Internationalität, Präzision, Pünktlichkeit, Erfindergeist, Verhandligsgschick, Solidarität, Rechtssicherheit, dStärki vom Volk hed mer gmesse am Wohl vom Schwächste. Das stad so ide Präamble vo Bundesverfassig. Und das macht es guets Team, ob im Fuessball ide Arbeitswält oder als Nation us.

Was isch denn das System hüt no Wert? Wie gseht dSchwiiz vo hüt us?

Wenn mer hüt mängisch de Politiker zuelost, hani amig sGfühl, dass es us Sicht vo dene am gschidschte wär, mir würed e riesigi Muur um euses Land baue, dOhre zue due, dAuge verschlüsse und schwiige zu all dene Problem uf dere Welt! Das wär aber alles anderi als schwiizerisch. De Schwiizer hilft, de Schwiizer will zeme sii und de Schwizer will mitrede. Es brucht drum kei Muure um oder i eusem Land, sondern Brugge! Brugge zwüsche de Mensche i dem Land. Brugge zwüsche de Generatione, Brugge zwüsche arm und rich, Brugge zwüsche stark und schwach, Brugge zwüsche links und rechts, Brugge zwüsche de Schwiiz und em Usland und es brucht Brugge zwüsche de Wirtschaft und de Hochschuele. So wie au Bremgarte und Hermetschwil e Brugg zuenand baue hend. Und wie mer gseh hed, hed sich die Brugg als Erfolgsgschicht bewährt. Zäme simmer stärker als elei. Zäme chömmer neui Idee und Projekt viel besser umsetze.

De Wille zäme gmeinsam öbis zbewege! Das ist Schweizerisch! Und das fangt scho im chline ah. Will all die chline, wunderbare Projekt vo jedem einzelne vo ihne machet das Lebe so richtig lebenswert. Ich ha drum au grössti bewunderig für all die Mensche, wo sich da in Bremgarte tagtäglich in irgendere Form engagieret. Und ich möcht ihne dadefür danke säge, danke dass Sie das mached. Sigs als Junioretrainer imene Sportverein, als Organisator, Helfer oder Sponsor vo all dene super Ahläss i eusere Stadt, als Lehrer, wo eusne Chind unglaublich viel Wüsse für ihres Lebe und ihri zuekünftige Projekt mitgebet, als Marktorganisator, als Würstlistandbetriber jede Fritig und Samstig, das isch so schön, wenn mer ide Altstadt cha sitze, es Bierli trinke und chli schnörre oder eis Jasse, oder als Unternehmer da in Bremgarte.

Ich ha drum au grosse Respekt vor all dene, wo da es eignigs Gschäft ufdüend oder bereits sit langem erfolgriich betriebet und a die Stadt und de Standort Bremgarte glaubet. Will dank dene, hemmer Arbeitsplätz und Lebe da i dere Stadt und das macht die Stadt überhaupt lebenswert und farbig. Mir döfet eus drum nöd uf all dene Loorbeere vo eusne Grosseltere usruebe. Mir müend luege, das eusi Unternehme Geld ihnehmet und sich da in Bremgarte und de Region neui KMU’s ahsidlet und’s muetigi Jungunternehmer gid, wo mer unterstützet. So wie zum Biispiel die neu Tofufabrik in Wide, sneue Konzept vom Hotel Sunne oder mim Kolleg sis neu eröffnete Malergschäft. Die und vieli anderi Unternehmer fördert da ganz lokal dArbetsplätz und Lebensqualität vo jedem einzelne vo eus. Will dur da Lebe i die Stadt und dRegion chund und sGeld wieder lokal usgeh wird.

Ich wür mich nie defür ha, e grenze dschlüsse und trotzdem bitt ich sie. Nehmet sie als Konsument ihri Verantwortig wahr, überleget sie, wo Sie was gönd go poste? Vo wo chund sFleisch und de Fisch, wo Sie jede Tag esset und lohnt sich’s denn würkli, vo Bremgarte über Grenze ds’fahre de gueti Schwiizerlohn bi de Dütsche usgeh? Um denn nachher endi Jahr z’flueche, wenn’s kei Lohnerhöhig gid? – Mir Mensche, jede einzeln vo eus hed sis Glück selber ide Hand. Jede vo eus isch en Teil vo dem Gschehe da und jede hed dMöglichkeit das Land, de Kanton oder die Stadt zbewege und en en Nagel ihdschlah. Glaubet Sie a ihri Träum, Visione und Idee. Denn chönd sie die au verwürkliche. So wie die alte Eidgenosse, wo gfunde hend: Zäme simmer stärker als elei.

Glichzitig döfet mir de Blick uf s’grosse Ganze nöd verlüre, uf eusi Welt. Ganz eifach, will mir en Teil vo dere Welt sind und mir eusi Auge nöd chönd und döfet verschlüsse vo dem, was uf eusem Planet passiert. Und ich bin überzügt und ich wünsche mir vo Herze, dass mir als chlini, neutrali Schwiiz chönd, unter anderem als Vorbild für die Welt agiere und uf dere Welt no ganz viel bewirket. Mir sind sinternationalste und nationalste Land glichzitig. Drum chömmer hoffentlich de eint oder ander Chrieg mit eusem diplomatische Gschick und eusem Netzwerk verhindere, luege das nöd de ganz Regewald abgholzt wird, dass alli Mensche öbis ds’esse hend, all Chind uf dere Welt id Schuel chönd gah und es Dach überem Chopf hend. Da giltet weltwiit s’Motto einer für alle, alle für einen.

Ich bin aber au überzügt, dass es kommendi Generatione no besser chönd ha unds hoffentlich mal e Welt ohni Chrieg wird geh. E Welt, wo all friedlich zämeläbet. Ich gseh drum Zukuenft vo eusem Land i sinere Weltoffeheit. E Schweiz, wo dChance vo de Zuekunft gseht. E Schwiiz, wo es Vorbild isch, e Schwiiz, wo kei Muur um ihres Land baut, e Schwiiz, wo ihri Verantwortig als eis vo de richste Länder uf dere Erde wahrnimmt, e Schwiiz, wo Familie und Bruef verihbart, e Schwiiz, wo weiss, dass sie wege, und nöd trotz ihrere Offenheit es erfolgrichs Land isch. E Schwiiz, wo nebe de Wirtschaft au ad Umwelt denkt und nachhaltig handlet. E Schwiiz, wo sich dMensche für sie engagieret.

dSchwiiz wird ihri beste Ziite no ha. Und zwar denn, wenn mir eus für das Land, eusi Demokratie und sini Stärkene wiiterhin ihsetzet. Und mir für die Schwiiz kämpfet und ihstönd, wo mir eus wünschet. sMotto zäme simmer stärker hed sich bewährt. Nöd nur ide Schwiiz vo gester, sondern au ide Schwiiz vo hüt und ide schwiz vo morn wie au uf de ganze Welt.

Ich han vori gseid, ich ha en Hammer und en Nagel debi. Ich han aber no öbis wiiters debi: Zetteli und Stifte (us de Schwiz), die ligget bi ihne uf em Tisch. Ich han au gseit, e Nation isch nur so guet, wie sies Volk. Mini Ufgab als Volksvertreter isch es, nöd nur netti Rede dschwinge, sondern oder vorallem au guet zuedslose oder wie mer so seit, de Puls vo de Nation spühre. Ich will die Chance hüt gad nütze und sgrösschte Brainstorming im Aargau (villicht sogar ide Schwiiz oder uf de Welt) verahstalte.

Vor ihne ligget Zättel und Stifte. Ich bitte Sie, ihri Wünsch, Idee und Visione, wo Sie ad Politik i dem Land hend uf die Zätteli ufdschriebe und mit emene Nagel, da a das Brett schlah. So händ sie all dMöglichkeit de Nagel uf de Chopf dstreffe, en Nagel bi mir ihdschlah… Und wenns irgendwie möglich isch, wird ich ihne de Wunsch als Grossrat in Form vomene Vorstoss versueche z’erfülle. Am beste sind natürlich auch Wünsch und Idee vo Chind, die sind ehrlich und denket meistens noni so ihgschränkt, wie mir Erwachsnige. Sie müend da nöd sofort mache, villicht chund Ihne im Lauf vom abig no öbis in Sinn. Denn schriebet sies uf. dStifte döfet sie übrigens gern mitheineh, au die sind ide Schwiiz us Schwiizer Holz hergstellt und bedruckt.

Gschätzti Dame und Herre, ich wünsche Ihne viel Glück bi allem, was sie machet! Und vergesset sie bitte nöd, mir händs richtig guet da, dass mer da gebore sind, imene land, wo mer chönd mitrede und mitbestimme, wo jede es Dach überem Chopf hed und id Schuel döf gah. Genau das fiiret mer hüt! Nutzet sie die Möglichkeit vom Mitrede au! Nutzet sie die Chance, schriebet Sie ihri Idee, wie mer das Land vorwärts bringet, uf und schlönd Sie de ersti Nagel für e wiiterhin positivi Zukunft vo dem Land ih.

Ich hoffe, ich ha de Nagel uf de Chopf troffe. Ich danke Ihne für dUfmerksamkeit und wünsche Ihne allne i dem Sinn en wunderschöne erste August!

 

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GR 16.261: Mindestanzahl Schülerinnen für die Durchführung des Wahlfachs Latein

Sehr geehrte Frau und Herren Regierungsräte,
geschätzte Kolleginnen und Kollegen

Begabtenförderung heisst: Lernende, die als überdurchschnittlich begabt identifiziert wurden zu unterstützen. Ziel ist es, die Entwicklung der Potenziale dieser Lernenden bestmöglich zu begleiten. Dies ist mit verschiedenen Mitteln möglich. In den USA kennt man die sogenannte Summerschool oder Enrichement Programs, in welchen die Schüler ihren Neigungen und Begabungen nach gefördert werden.

Die Motionäre bezeichnen Latein als einziges Fach zur Begabtenförderung. Dies ist kein Argument resp. stimmt das so nicht. An sich hat der Kanton verschiedene Angebote zur Begabtenförderung in ganz verschiedenen Bereichen (z.B. regionale Angebote, Mathe, Bio, Sport oder im musischen Bereich). Die Fraktion der GLP steht dem Postulat deshalb skeptisch gegenüber. Aus Sicht einzelner Mitglieder unserer Fraktion wird Latein im Kontext der Begabtenförderung sogar als überbewertet bezeichnet und stellt eher eine „Begabtenbeschäftigung“ als eine „Begabtenförderung“ dar. Zu denken ist hier an das ewige Wörtli lernen. Dass Latein trotzdem etwas zur Förderung einzelner Schüler beitragen kann, möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht in Abrede stellen. Denn Latein verlangt effektiv eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Sprache, was kognitiv anspruchsvoll ist. Dass man dazu Wörtli und Formen lernen muss, ist selbstverständlich.

Dies ist jedoch noch lange kein Argument zur Annahme dieses Postulats.

Ein Argument wäre, dass Latein insofern eine spezielle Stellung hat, als dass an den Mittelschulen daran angeknüpft werden kann (und zwar im Akzentfach Latein). Wenn also an Bezirksschulen kein Lateinkurs geführt werden kann, schränkt das angehenden Gymnasiastinnen und Gymnasiasten die Wahlmöglichkeit fürs Akzentfach ein. Das ist keine völlige Katastrophe, aber doch eine Ungleichbehandlung einzelner (das ist bei zwei Bezirksschulen im Kanton der Fall). Das Aufarbeiten des Lateins an der Kantonschule ist zwar möglich, doch führt es nicht zum gleichen Lateinabschluss, wie wenn jemand das Akzent- und dann das Schwerpunktfach Latein wählt. Für gewisse (wenige) Studienrichtungen kann dies möglicherweise entscheidend sein.

Nun stellt sich die Frage, wie das Problem gelöst werden kann: Wollen wir kleinere Klassen? Und wie rechtfertigen wir dies gegenüber anderen Wahlfächern? Oder liegt das Problem nicht eher daran, dass es einige Bezirksschulen gibt, welche schlicht und einfach zu klein sind und deshalb ihren Schülern kein breites Wahlfachangebot anbieten können. Damit dies in Zukunft klappt, schlage ich vor, dass sie sich mit anderen Bezirksschulen aus der Region zusammen schliessen sollen und so Synergien nutzen könnten. Damit würde der Kanton für seine Schülerinnen und Schüler attraktiver und man würde erst noch etwas Geld sparen, weil dieselbe Stunde nicht doppelt unterrichtet werden muss.

Deshalb ersuche ich Sie, das Postulat abzulehnen.

In diesem Sinne hoffe ich, dass ich mich nicht irre, anderfalls gilt das gute alte lateinische Sprichwort:

Errare humanum est. Irren ist menschlich.

Dieses Sprichwort darf natürlich auch für uns Politiker gelten.

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Kulturgesetz (KG); Wirkungsbericht 2010-2015

Ich möchte mich von Seiten der GLP bei allen Kulturschaffenden für die geleistete Arbeit bedanken. Der Wirkungsbericht ist sehr umfangreich, die Struktur des Berichts ist klar und erlaubt uns eine gute Orientierung. Ob der Bericht in dieser Form daherkommen muss und 160’000 Franken kosten muss, lasse ich einmal im Raum stehen. Aber das Fazit stimmt. Das Fazit, mit verhältnismässig wenig Mittel viel zu erreichen, ist erfreulich und spricht für die Aargauer Effizienz im Kulturbereich. Vielleicht liegt es aber auch daran, weil wir von den umliegenden starken Kulturkantonen umgrenzt sind wie Luzern, Zürich, Basel oder Bern, und auch davon profitieren. Und damit kann der Aargau ein zum Teil anderes Angebot abdecken – was gut ist. Zu den im Bericht erwähnten Punkten im Einzelnen: Wir hoffen dem Kunsthaus gelingt es, in Zukunft mehr Drittmittel zu generieren. Wir erwarten auch – und besonders ich als junger Politiker – dass den Jungen zwischen 20 und 30 Jahren die Kultur näher gebracht wird. Etwas erschrocken sind wir über die Aussage, dass teilweise Gesuche ohne Begründung abgelehnt werden. Das ist schade und muss verbessert werden. Nichtsdestotrotz stimmt das Fazit insgesamt. Die Leuchttürme sind gut und strahlen über die Kantonsgrenzen hinweg. Nochmals vielen Dank an alle Kulturschaffenden für ihren Einsatz. Die Grünliberalen nehmen den Bericht gerne zur Kenntnis.

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Meine Abstimmungsempfehlung für den 21. Mai 2017

Eidgenössische Vorlage:

Ja zum Energiegesetz (EnG) vom 30. September 2016

weil, …

– Gezielter Abbau von fossilen Brennstoffen
– Reduktion des ökologischen Fussabdrucks
– Reduktion des persönlichen Energieverbrauchs
– Förderung von erneuerbarer Energie
– Förderung von dezentraler Energieerzeugung in der Nähe des Verbrauchers
– Weniger unabhängig vom Ausland
– Langfristig tiefere Energiekosten durch Eigenproduktion und Eigenverbrauch
– Ausstieg aus der Atomkraft

Kantonale Vorlage:

Nein zur Aargauischen Volksinitiative „Bezahlbare Krankenkassenprämien für alle“ vom 21. April 2016

weil, …

– Durch das neue Krankenversicherungs-Gesetz ist Forderung teilweise bereits überholt
– Forderung schiessen über das Ziel hinaus
– Massive Mehrkosten für den Kanton und die Steuerzahlenden (CHF 65 Millionen / 4 Steuerprozente)
– Aus finanzpolitischer Sicht nicht realisierbar

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GR 16.244: Stipendien im Aargau

Mein erstes Votum und mein erster Antrag im Grossen Rat

Das Stipendien Gesetz soll angepasst werden. Alle Unterlagen dazu sind hier zu finden. Es wird einerseits an das Stipendienkonkordat angepasst, was ok ist und andererseits sollen Studenten nur noch Stipendien in Kombination mit verzinslichen (!) Darlehen erhalten.

Mein aller erstes Votum im Grossen Rat Aargau:

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrter Herr Regierungsrat, geschätzte Kolleginnen und Kollegen

Die GLP tritt auf die Vorlage ein. Denn es ist richtig das Gesetz an das Stipendienkonkordat anzupassen. Wir sind jedoch gegen den Minderheitsantrag der Kommission und gegen eine Senkung des Stipendienmaximalbetrages auf tertiärer Stufe, letzteres steht heute jedoch noch nicht zur Debatte.

Lassen sie mich noch ein paar Gedanken zum Stipendiengesetz loswerden, denn mir persönlich liegt dieses Thema besonders am Herzen. Wir sind grundsätzlich der Meinung, dass die Erstausbildung kostenlos sein muss. Das ist die wesentliche Stärke unseres Landes!

Ich betrachte Darlehen anstatt Stipendien als problematisch. Ich gehe sogar davon aus, dass das im Minderheitsantrag der Kommission gestellten Splitting-Modell den Kanton langfristig sogar mehr Geld kosten wird als eine reine Stipendienlösung mit der Möglichkeit in Einzelfällen zusätzliche Darlehen zu gewähren, wie es das Gesetz heute schon vorsieht. Deshalb stehen wir dem Minderheitsantrag der Kommission ablehnend gegenüber.

Meines Erachtens führt das Splitting Model zu längeren Studienzeiten und zu amerikanischen Verhältnissen! Ziel des Stipendienwesens ist es nämlich, jedem und jeder, der die Fähigkeit besitzt, eine angemessene Ausbildung zu ermöglichen. Das steht so in unserer Kantonsverfassung.

Es kann deshalb nicht sein, dass Stipendienbezüger auf tertiärer Stufe 1/3 ihrer Ausbildungsbeiträge als Darlehen beziehen müssen. Das heisst, jeder Student und jede Studentin, die ein Stipendium bezieht, würde sich so jährlich um etwa 5000 bis 6000 Franken verschulden! Also hätte nach dem Studium jede Stipendien beziehende Studentin Fr. 25’000.- bis Fr. 30’000.- Schulden. Und das kann es unserer Meinung nach doch nicht sein?!?

Wie geht es dann weiter? Nachdem Studium gibt es dann meistens ein Praktikum mit einem entsprechend tiefen Lohn. Von den dabei auflaufenden Zinsen will ich jetzt gar nicht anfangen zu sprechen. Im Vergleich zum Postulat Deppeler sieht der Minderheitsantrag der Kommission nämlich keine zinslosen Darlehen vor. Im Falle von Fr. 30’000.- Darlehen und einem heute geltenden Zinsatz von 4% macht das ein Jahreszins von Fr. 1’200.-! Sollten Sie tatsächlich dem Minderheitsantrag stattgeben behalten wir uns

Für die 2. Beratung folgendes vor:

a) einen zusätzlichen Antrag auf 0% Zins bei sämtlichen Darlehen; und
b) eine gesamte Ablehnung des Gesetzes
Weiter stellen wir einen Prüfungsantrag im Rahmen der Detailberatung betreffend dem Splittingmodell und den Darlehenszinsen.

Meine Eltern haben mir beigebracht nicht mehr Geld auszugeben, als ich besitze. Das machen viele Eltern so. Wäre ich Student unter dem Splittingmodell würde ich kein Stipendium beziehen und wäre nicht bereit mich mit einem Darlehen hoch zu verschulden. Also entweder hätte ich dann gar nicht erst studiert oder ich hätte wahrscheinlich Teilzeit studiert. Die Folge davon wäre eine längere Studiendauer, weil ich mehr arbeiten würde.

Im Fall eines Medizinstudenten hätte der Kanton Aargau im Vergleich zum normalen Studium pro zusätzliches Studienjahr zusätzliche Kosten in der Höhe Fr. 51’400.- pro Jahr zu zahlen, im Fall eines Ingenieurs kostet ein zusätzliches Studienjahr Fr. 25’700.-, dies aufgrund der interkantonalen Universitätsvereinbarung.

Zusätzlich entstehen dem Kanton massive Mehrkosten bei der Darlehensverwaltung und der verlängerten Studiendauer. Auch würde die sowieso schon überfüllten Uni’s noch weiter überfüllt, was die Qualität der Vorlesungen nicht wirklich fördern würde. Ich frage Sie nun, wollen Sie all diese Mehrkosten, um 5000.- Franken Stipendien pro Student im Jahr zu sparen und als Darlehen zu vergeben?

Wir von den Grünliberalen sind überzeugt, dass die heutige Jugend die Zukunft von uns allen ist! Ja, diese jungen Menschen werden in Zukunft die Wirtschaft führen und ja, diese jungen Menschen werden in Zukunft auch Ihre AHV bezahlen! Es ist die Aufgabe unseres Parlaments zu schauen, dass wir diesen Nachwuchs gewährleisten können. Wir können und dürfen deshalb die beruflichen Träume und Ideen von jungen Menschen nicht bereits heute im Keime ersticken, indem sich diese hochverschulden müssen, um eine anständige Ausbildung zu absolvieren. Es ist im Interesse von uns allen, dass der Nachwuchs gut ausgebildet wird und wir nicht zur Zweiklassengesellschaft verkommen.

Ich fasse zusammen: Erstens, das Stipendiengesetz ist an das Konkordat anzupassen und auf die Vorlage ist einzutreten. Zweitens, ein Splitting Modell kostet uns langfristig nicht nur mehr Geld, sondern auch Studienplätze, Studienqualität und die Träume junger Menschen. Wir wollen keine amerikanischen Verhältnisse bei der Bildung. Drittens, die Erstausbildung soll im Grundsatz kostenlos sein.

Ich bitte Sie, dem neuen Stipendiengesetz zuzustimmen und den Minderheitsantrag der Kommission mit aller Deutlichkeit für unsere Jugend und unsere Zukunft abzulehnen. Besten Dank.

Das es in der ersten Lesung knapp wird, war uns bewusst, daher habe ich im Hinblick auf die zweite Lesung proaktiv einen Prüfungsantrag, welcher vom Regierungsrat entgegen genommen wurde gestellt. Folglich haben wir noch nichts vergeben, auch wenn im Moment das Splitting mit verzinslichen Darlehen durch ist.

Der Prüfungsantrag lautet wie folgt:

Der Regierungsrat wird auf die zweite Lesung gebeten aufzuzeigen, wie sich zinslose oder zinsgünstige Darlehen auf das Ausbildungsbeitragswesen und die dazugehörigen Finanzen auswirken würden.

Begründung:

Wir betrachten die heute gültigen Zinsen von 3.1% resp. 4% als massiv zu hoch. Unabhängig davon, ob Sie dem Minderheitsantrag (Splittingmodell) zustimmen oder nicht, möchten wir dass der Regierungsrat die Auswirkungen von zinslosen Darlehen prüft.

Insbesondere auch deshalb, weil Alt-SVP-Grossrat Deppeler in seinem damaligen Postulat von zinslosen Darlehen gesprochen hat. Wenn ich daran denke, für was die Landwirtschaft alles zinslose Darlehen erhält, dann ist diese Idee nicht nur prüfenswert, sondern für die Generation Y – böse Zungen nennen sie auch Generation Praktikum, überlebenswichtig.

Denn sollte der Minderheitsantrag durchkommen, haben wir relativ viele Studenten mit mehr als 25’000.- bis 30’000.- Franken Schulden nach dem Studium. Solche Schulden zzgl. Zinsen mit einem Praktikumslohn zurückzubezahlen ist äusserst schwierig und führt zu einem sozialen Ungleichgewicht.

Wie ihr seht, ich und praktisch alle aus Reihen der CVP, GLP, Grüne und SP kämpfen wie die Bären dafür, dass unsere Aargauer Studenten sich für eine anständige Ausbildung nicht hoch verschulden müssen. Der Aargau wäre mit der Lösung nach der ersten Lesung der schlechteste Stipendienzahlende Kanton der Schweiz. Das wollen wir nicht.

Wir sind zuversichtlich, dass wir noch ein zwei FDP’ler überzeugen und dieser Entwicklung entgegenhalten können (eigentlich haben wir schon die Mehrheit, wenn alle SP’ler anwesend wären und die neuen CVP’ler den richtigen Knopf gedrückt hätten 😉 ) . Es freut uns, wenn sich die Studentenvereinigungen ebenfalls bemerkbar machen und etwas Druck ausüben würden.

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#Bildungsküche wird konkret

Einladung des GLP LAB:

Wohin geht die Schweizer Bildungspolitik? Was ist die Vision und die Erwartung unserer Gesellschaft an die BildungspolitikerInnen in unserem Land? Weshalb gibt es in der Schweiz noch immer mehr als 20 verschiedene Schulsysteme? Wie können wir mit dem internationalen Umfeld mithalten? Mit diesen Fragen entstand die Idee einer „Bildungsküche“ mit Dominik Peter, neu gewählter Aargauer glp-Grossrat. Er hat diese Ideenküche aufgegleist und erhielt so viele Rückmeldungen, dass wir uns zu einer ersten dezentralen Zusammenarbeit entschlossen haben. Ziel dieses Labs ist es, eine offene bildungspolitische Vision zu entwickeln. Die Bildungsküche startet am 23. März um 19.30 Uhr in Baden. Mehr Infos und Anmeldung hier.

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#Bildungsküche

Liebe Grünliberale, liebe Sympathisantinnen und Sympathisanten

Heute vor einem Monat wurde ich im Grossen Rat des Kantons Aargau vereidigt und darf in der BKS-Kommission (Bildung, Kultur und Sport) tätig werden. Dementsprechend können wir nun gemeinsam den Aargau bewegen und vorwärts bringen.

Für die kommenden vier Jahre stellen sich wichtige bildungspolitische Fragen. Es geht dabei nicht nur um den Lehrplan 21, ob und wie er umgesetzt werden soll, sondern auch um das Stipendienwesen, die Fachhochschule, neue Schulstandorte und Gebäude. Aber auch in den Bereichen Sport – hier würde ich mir zum Beispiel ein regionales Sportzentrum für das Kelleramt wünschen – und Kultur – hier geht es vor allem um die Verteilung der Fördermittel – stellen sich zentrale Fragen.

Ich denke aber, dass wir uns als Partei gerade im Bildungsbereich noch besser positionieren, profilieren und engagieren könnten, wenn wir eine klare Vision haben und daraus Vorstösse herausarbeiten. Ich möchte daher mit einer Gruppe bildungsinteressierter Leute (damit ist jeder der sich angesprochen fühlt gemeint sowie die heutigen Mitglieder der Fachgruppe Bildung) unsere bildungspolitische Vision erarbeiten. Weiter sollen dabei auch Probleme aufgedeckt werden, welche heute bestehen, und diese Probleme sollen direkt in Vorstösse umgewandelt werden, welche wir dann im Laufe der kommenden vier Jahre bringen werden.

Ähnlich wie das glp lab möchte ich mit einer Ideenküche starten, danach im Rahmen eines Expertentreffens die Vorschläge analysieren, zu einer Formel bringen und mit einzelnen Projektgruppen die Ideen jeweils zu einem Politprodukt umsetzen und als Vorstoss im Parlament oder als Volksinitiative bringen.

Ein Beispiel welches mir gerade im Kopf herumschwirrt, ist die Frage, weshalb der Aargau kein Langzeit-Gymnasium resp. Schnellzugklassen hat und unsere Schüler trotz der verlängerten Schulzeit nicht besser an der ETH abschneiden? Wenn nur 10% der Schüler etwas schneller durch die obligaten Schuljahre kommen würden, hätten wir viel Geld gespart resp. sinnvoller investiert.

Es würde mich daher freuen, wenn sich möglichst viele von euch an unserem bildungspolitischen Event beteiligen. Bitte meldet euch bei Interesse direkt bei mir (per E-Mail bis spätestens 21. Februar 2017), damit ich dann einen geeigneten Raum und ein gemeinsames Datum finden kann.

Nichtsdestotrotz bitte ich euch nochmals eindringlich, bei der Bildungsinitiative NEIN zu stimmen. Ein bildungspolitischer Alleingang des Kantons Aargau wäre ein super GAU.

Es sei an dieser Stelle auch noch erwähnt, dass jedes Mitglied unabhängig der Mitarbeit in der Fachgruppe Bildung jederzeit herzlich eingeladen ist, bei mir Fragen, Ideen, Rückmeldungen und Kritik anzubringen.

Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit.

Herzliche Grüsse

Dominik Peter

dominik.peter@grunliberale.ch

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Abstimmungen vom 12. Februar 2017

Eidgenössische Vorlagen:

JA zur Unternehmenssteuerreform III

JA zur erleichterten Einbürgerung der 3. Generation

JA zum NAF

Kantonale Vorlagen:

NEIN zur Aargauischen Volksinitiative „Ja zu einer guten Bildung – Nein zum Lehrplan 21“ vom 2. Juni 2015

NEIN zur Aargauischen Volksinitiative „Arbeit und Weiterbildung für alle!“ vom 11. Juni 2012

NEIN zur Aargauischen Volksinitiative „Chancen für Kinder – Zusammen gegen Familienarmut“ vom 23. Dezember 2009

JA zum Gesetz über den Ausgleich der Aufgabenverschiebungsbilanz sowie über die Übergangsbeiträge (AVBiG) vom 1. März 2016

JA zum Gesetz über den Finanzausgleich zwischen den Gemeinden (Finanzausgleichsgesetz, FiAG) vom 1. März 2016

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Mein erstes Mal

Meine erste Grossratssitzung

An gewisse Dinge im Leben wird man sich bestimmt immer erinnern. Es sind häufig Momente, die man zum ersten Mal im Leben macht: der erste Schultag, der erste Arbeitstag oder der erste Uni-Tag. Der 10. Januar 2017 wird für mich als ein solcher Tag in Erinnerung bleiben. Denn am Dienstag wurde ich zum ersten Mal als Grossrat des Kantons Aargau vereidigt.

Nun aber von vorne: Als Erstes wurden wir nämlich in die Kirche zu einer ökumenischen Besinnung eingeladen. Als ich diese Einladung erhalten hatte, fragte ich mich zynisch, ob die gewählten Grossräte Beichte ablegen müssen, weil sie unmögliche Wahlversprechen abgegeben hatten. Danach kam auch etwas Skepsis auf. Staat und Kirche sind doch getrennt? Weiter fragte ich mich: Wenn man schon eine ökumenische Besinnung macht, warum lädt man nicht jemand von einer anderen Glaubensgemeinschaft als nur reformierte, christkatholische und katholische Pfarrer ein? Zum Beispiel einen jüdischen Rabbi und einen muslimischen Imam. Das wäre doch mal ein starkes Zeichen für ein gemeinsames friedliches Zusammenleben gewesen.

Trotzdem bin ich zur Kirche gegangen, so hatte ich die Möglichkeit, einen Teil meiner neuen Ratskollegen bereits kennenzulernen. Die Besinnung war erfrischend geführt und es wurde immerhin für Anders- sowie Nichtgläubige gebetet. Die drei Pfarrer haben ihre Sache gut gemacht. Sie haben auf offene Türen im Leben hingewiesen, erklärt, dass man die wichtigen Türen im Leben selber öffnen muss, und uns symbolisch einen Schlüssel überreicht, welcher uns helfen soll, gewisse Türen zu öffnen. Auch wurde darauf hingewiesen, dass wir unsere eigenen Türen nicht verschliessen sollen. Das empfinde ich als ein schönes Sinnbild für eine offene, freiheitsliebende und eigenverantwortliche Gesellschaft.

Danach ging es durch das Schneegestöber weiter zum Grossratsgebäude. Herbert Scholl, der Amtsälteste, hielt eine Eröffnungsrede. Wir Ratsmitglieder wurden von ihm an unsere Aufgaben und Pflichten erinnert und durften dann das Gelöbnis gemeinsam mit den Worten «Ich gelobe es» abgeben. Wir gelobten, «als Mitglied des Grossen Rates meine Verantwortung gegenüber Mensch, Gemeinschaft und Umwelt wahrzunehmen, die Wohlfahrt des Kantons Aargau und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zu fördern und der Verfassung und den Gesetzen gemäss nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln».

Weiter wurden die Kommissionsgrösse festgelegt und die Kommissionsmitglieder gewählt. Ich wurde dabei in die BKS-Kommission (Bildung, Kultur und Sport) gewählt. Ferner haben wir noch das Grossratspräsidium gewählt und wie üblich gab es dann einen Apéro. Die Stimmung war gut, ich konnte viele gute Gespräche führen und meine Ratskollegen besser kennenlernen. Insgesamt betrachte ich dieses «erste Mal» als gelungen und werde es in guter Erinnerung behalten. Ich freue mich auf die kommende Zeit und werde mein Bestes für einen zukunftsorientierten und nachhaltigen Kanton Aargau geben! Ich bin nach wie vor zuversichtlich, etwas im Kanton bewegen zu können, und hoffe, dass ich in vier Jahren wieder in die Kirche darf – natürlich ohne Beichte ablegen zu müssen.

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