Politischer Erfolg verbucht

Impfen in der Apotheke bald möglich

Am Dienstag wurde meine Motion zur Optimierung des Impfschutzes behandelt. Dieser Vorstoss verlangt, dass es gesunden erwachsenen Personen möglich sein soll, sich auch in Apotheken impfen zu lassen. 

Anhand dieser Motion stelle ich den politischen Prozess hinter den Kulissen dar: Anfangs 2018 habe ich im Newsletter des Apothekerverbandes gelesen, dass Aargauer Apotheken keine Impfungen durchführen dürfen, ausser sie laden einen Arzt ein. In mehreren (damals 18) anderen Kantonen ist das Impfen in der Apotheke bereits gang und gäbe. Ich war daher über die etwas hinterwäldlerische Handhabung im Kanton Aargau schockiert und wollte dies unbedingt verbessern.

Ich bin auf den Präsidenten des Aargauer Apothekerverbandes zugegangen und habe ihn nach weiteren Hintergrundinformationen gefragt. Am 6. März 2018 reichte ich eine Interpellation mit Fragen zum Thema Impfen in Apotheken ein. Der Regierungsrat beantwortete diese eher zurückhaltend. Er zeigte nicht auf, bei welchen Impfungen er es sich vorstellen könnte, dass in Apotheken geimpft wird. Dennoch erklärte er, eigentlich müsste er die Verordnungen wohl anpassen, weil sie nicht mehr bundesrechtskonform seien. 

Im Rat behandelten wir diese Interpellation sodann am 8. Januar 2019. Anlässlich der Besprechung dieser Interpellation habe aufgerufen, ich möchte eine Motion zu diesem Thema machen. Ich möchte, dass hier endlich etwas geht. Wie es der Zufall wollte, gab es am 8. Januar 2019 die Grossratspräsidentinnenfeier und einen ausgiebigen Apéro. Am Apéro sprach ich nochmals mit der damaligen Regierungsrätin zu diesem Thema und erklärte ihr meine Beweggründe. Anlässlich desselben Apéros kamen andere Grossratskolleginnen zu mir und sagten, ich hätte Recht, wir müssen im Bereich impfen in der Apotheke etwas tun. Also hatte ich schon mehr als die Hälfte der Motionäre zusammen. 

Danach ging es darum, wie formulieren wir unseren Antrag. Via E-Mail tauschten wir uns aus und einigten uns schnell auf eine Version. Dann suchten wir weitere Ratsmitglieder, welche die Motion mit ihrer Unterschrift unterstützen wollen. Am 5. März 2019 reichten wir die Motion ein. Insgesamt haben neben uns sieben Motionären aus sieben verschiedenen Parteien, weitere 45 Grossräte die Motion bereits im Vorfeld mitunterstützt. Dies zeigte dem Regierungsrat bereits vorab, dass eine grosse Basis hinter dem Anliegen steht. Der Regierungsrat hat die Motion innert drei Monaten beantwortet. Er war bereit, die Motion entgegen zu nehmen. Sie kam am letzten Dienstag ins Plenum. Dort hätte die Motion bestritten werden können. Vorabzeichnete sich ab, dass dies ist nicht passiert, weshalb die Motion stillschweigend, ohne spektakuläre Diskussion und ohne Gegenstimme vom Grossen Rat dem Regierungsrat überwiesen wurde. Trotzdem habe ich für alle Fälle eine Rede vorbereitet. Nun wird der Regierungsrat möglichst bald seine Verordnungen anpassen, damit Impfen auch in den Aargauer Apotheken möglich sein wird.

Von der Idee bis zum ersten Wegweisenden politischen Entscheid dauerte es mehr als 1.5 Jahren. Dennoch hat sich der Einsatz gelohnt. 

Übrigens heute bekam ich eine E-Mail eines anderen Parlamentariers, welcher das elektronische Impfdossier noch mehr fördern möchte. Das Thema Impfen geht weiter. Mal schauen, ob wir hier auch wieder einen Erfolg verbuchen können.

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