1. August Rede in Bremgarten 2017

Gschätzti Dame und Herre Stadtröt, Liebi Bremgarterinne und Bremgarter, Geschätzti Fründe und Bekannti, Liebi Gäst vo nah und fern

Alle Jahre wieder – alle Jahre wieder fiiret mir de ersti August. Und alle Jahre wieder haltet mir Rede. Rede über dSchwiiz und mir machet eus Gedanke zum Lebe, eusem Land und eusere Welt, wo mir drinne lebet. Und alle Jahre wieder, besinnet mir eus nach eusere Identität mit eusem Land. Das isch e schöni Tradition. Und ich danke Ihne, dass ich hüt die ehrevolli Ufgab vor dere wunderschöne Kulisse da zBremgarte döf überneh und die Tradition wiiterzfüehre chan.

Wie isch es da dezue cho?

16 isch mini Glückszahl und sJahr 2016 isch für mich im wahrsten Sinne des Wortes es Glücksjahr gsi. Ich bin letscht Jahr, churz nach mim 30. Geburtstag und churz nach bestandener Ahwaltsprüefig, in Grosse Rat gwählt wurde – no bevor ich überhaupt einisch im Rat gsi bin – isch denn scho sEmail vo Bremgarte Tourismus cho, wo’s gheisse hed: Bremgarte hed jetzt wieder en Grossrat, jetzt hemmer eine, wo en erst August Red chan halte. Ich ha de natürlich sofort zuegseid. Im Wüsse, dass da nöd nur mini einzig Ufgab da in Bremgarte isch. Im Bremgarter Bezirksahzeiger hani denn glich no eis druf geh und gseit: „Ich möchte den Nagel auf den Kopf treffen.“ Damit mir das au glingt, hani zur Sicherheit au en Hammer und en Nagel debi.

Ich chum spöter uf de Hammer und die Nagel zrugg.

Mit minere Red möcht ich ihne zeige, was de erst August für mich bedütet. Zum bi ihne en Nagel ihdschlah oder Sie zu mindest es biz zum denke ahdsrege. Ich hoffe natürlich, dass sie mich nachher nöd gad amene Nagel ufhenket.

Die Idee Schweiz:

D’Schwiz isch, wenn mers gnau ahluegt, eigentlich nüt anders als en Idee. dSchwiiz isch dIdee vo Lüüt, vo de alte Eidgenosse, wo sich zäme da händ und gseit hend „mitenand gaht’s besser als gegenenand“. D’Schwiiz isch en idee; D’Schwiiz hed kein andere Existenzgrund; dSchwiz hed kei geografischi Logik; dSchwiz hed kei ethnografischi Logik; dSchwiz isch usere Idee entstande: Us de eifache Idee, mer will zunenand luege, enand helfe und zäme simmer stärker als elei! Das isch dIdee vo de Schwiiz. Die Idee gseht mer sogar im Bundeshuus. Det giz e Deckebemalig mit em inoffizielle Wahlspruch vo de Schwiiz. De heisst: Unus pro omnibus, omnes pro uno. J Das isch latinisch, aber mir kennet de Spruch au vom Alexandre Dumas sim berühmte Roman die Dreimusketiere. Es heisst nüt anders als EINER FÜR ALLE, ALLE FÜR EINEN.

So isch de Spruch au i zahlriche neuere Bundesbriefe festgehalte wurde, was schlussendlich Grundlag für Gründig vo eusem hütige Bundesstaat isch. Und bis hüt zu eusem Zämehaltsgfühl biitreit hed.

I de Schwiiz isch das „einer für alle und alle für einen“ en klare Usdruck vo eusere Willensnation. E Willensnation brucht au en Zweck, will ohni Grund isch mer ja nöd eifach so freiwillig mit de Tessiner, de Walliser, de Romands und de Thurgauo zäme. Will die verstömmer ja gar nöd recht da zBremgarte. Spass bei Seite. Ide Schwiiz bildet de gemeinsame Wille – s’Maximum a politischer Freiheit zgnüsse – de gmeinsami Zweck.

Eini vo de wichtigste Vorussetzige für eusi Willensnation isch drum e dezentralisierti oder au föderalistischi, vom Volk her ufbauti Demokratie und dademit wird vor allem de verschiedene Minderheiten die grösstmöglich Selbstbestimmig gewährt. Es setzt aber au dBereitschaft vo de Mensche i dem Land vorus, viel Verantwortig züberneh. Sie chönd nämlich mitbestimme a de Gemeindeversammlige oder a Volksabstimmige, mer cha sich im Stadtrat oder i verschiedene Kommissione für d’Jugend oder i de Schuelpfleg engagiere. All das isch Usdruck vo de Idee Schwiiz: Einer für alle, alle für einen. DASS DAS KLAPPET, MUSS ABER JEDE MITMACHE und jede muss sich mit aktuelle Theme beschäftige. Denn e Demokratie lebt vo ihrem Volk, und wenn’s im Volk egal isch, was i dem Land passiert, hemmer plötzlich es Problem. Drum isch es wichtig, dass sich vorallem au Jungi für’s Gschehe i dem Land interessieret und engagieret.

Ei frag hani glich no: Wer sind denn alle? Und wer isch de einti, wo da alli für ihn sind? Ich glaube mir cha euses Land mitere gute Fuessballmannschaft vergliche. Villicht sogar eusere Fuessballnationalmannschaft. Die werdet nämlich dur die verschiedene Ursprüng, wo all die Spieler hend au zumene wahnsinnig starke Kollektiv – so wie eusi Nation.

Und wenns etzt lüüt gid, wo findet, ide Schwiizer Fuessballnationalmannschaft spielet ja gar kei richtigi Schwiizer, denn frag ich Sie, gschätzti Dame und Herre: „Was isch denn Schwiizerischer als dSchwiizer Fuessballnationalmannschaft?“ Die verkörpert doch genau die Idee vo Verschiedeheit vo eusem Land und trotzdem isch es en Einheit, es guet Team, wo zäme hebt, jede sini ufgab hed und doch international prägt wird. So wie euses Land: 26 Kantön, 4 Sprache, meh als 100 Internationali Organisatione und gfühlti 25 verschiedeni Schuelsystem. Das isch doch genau typisch schwizerisch. Es gid drum nöd e liberali Schwiiz oder e konservativi Schwiiz, es gid au kei schwarzi oder wissi Schwiiz, es gid au kei homesexuelli oder heterosexuelli Schwiiz – nei es gid nur ei Schwiiz! Und das sind mir. Und jede vo eus treit da es Stuck bi. Und ich bin überzügt, wenn de Behrami es Goal schüsst oder de Yann Sommer de Penalty im WM Final hebt. Chund dene ehre Ursprung nöd druf ah und au de Christoph Blocher lüfts vom Sitz. Alle für einen, einer für alle. Das isch euse Leitspruch. Jetzt muss eusi Nationalsmannschaft nur no Weltermeister werde. Und sust isch nöd so schlimm, mir händ ja no de Roger Federer.

Zum di vorherig Frag zbeantworte: Alle sind mir und einer isch jede einzeln vo eus. Jede einzeln vo eus, hed dMöglichkeit das Land zbeiflusse und en Nagel ihdschlah. Segs mit sinere Stimm, sim Engagement für Kultur, Sport, dJugend oder als Unternehmer, jede wo mitmacht und mitdenkt, haltet das Land am Lebe. Mir Mensche sind somit de Puls vo eusere Nation. Und jede, wo en Idee hed, chan die Idee ihbringe und es wird drüber diskutiert. Das nennt mer Demokratie. Demokratie isch zwar nöd en Erfindig vo de Schwiizer, aber dSchwiiz isch sicher das Land gsi, wo die Demokratie unglaublich guet umgsetzt hed. Das heisst, die wichtigst Rolle i eusem demokratische Land hed nöd de Präsident und au nöd Regierigsrat und scho gar nöd dAargauerziitig oder Twitter! Die wichtigst Rolle im Land isch die vo jedem einzelne Bürger da! Ich bin drum Fan vo eusem Land und eusem System. Au wenn das System mich mängisch unglaublich fest nervt und mir im Grossrat ganz viel Sache 3 oder 4 Mal diskutieret und s’System drum au langsam isch, aber dafür beständig, Rechtssicherheit bütet und alli mitrede chönd, wo mitrede wänd. So findet mir i de Regel de berühmti Schwiizer Kompromiss.

dSchwiiz hed scho ganz früeh de Wille zum Kompromiss und zum zäme sii verkörperet. Aber sie hed no viel meh verkörperet: Offeheit, Internationalität, Präzision, Pünktlichkeit, Erfindergeist, Verhandligsgschick, Solidarität, Rechtssicherheit, dStärki vom Volk hed mer gmesse am Wohl vom Schwächste. Das stad so ide Präamble vo Bundesverfassig. Und das macht es guets Team, ob im Fuessball ide Arbeitswält oder als Nation us.

Was isch denn das System hüt no Wert? Wie gseht dSchwiiz vo hüt us?

Wenn mer hüt mängisch de Politiker zuelost, hani amig sGfühl, dass es us Sicht vo dene am gschidschte wär, mir würed e riesigi Muur um euses Land baue, dOhre zue due, dAuge verschlüsse und schwiige zu all dene Problem uf dere Welt! Das wär aber alles anderi als schwiizerisch. De Schwiizer hilft, de Schwiizer will zeme sii und de Schwizer will mitrede. Es brucht drum kei Muure um oder i eusem Land, sondern Brugge! Brugge zwüsche de Mensche i dem Land. Brugge zwüsche de Generatione, Brugge zwüsche arm und rich, Brugge zwüsche stark und schwach, Brugge zwüsche links und rechts, Brugge zwüsche de Schwiiz und em Usland und es brucht Brugge zwüsche de Wirtschaft und de Hochschuele. So wie au Bremgarte und Hermetschwil e Brugg zuenand baue hend. Und wie mer gseh hed, hed sich die Brugg als Erfolgsgschicht bewährt. Zäme simmer stärker als elei. Zäme chömmer neui Idee und Projekt viel besser umsetze.

De Wille zäme gmeinsam öbis zbewege! Das ist Schweizerisch! Und das fangt scho im chline ah. Will all die chline, wunderbare Projekt vo jedem einzelne vo ihne machet das Lebe so richtig lebenswert. Ich ha drum au grössti bewunderig für all die Mensche, wo sich da in Bremgarte tagtäglich in irgendere Form engagieret. Und ich möcht ihne dadefür danke säge, danke dass Sie das mached. Sigs als Junioretrainer imene Sportverein, als Organisator, Helfer oder Sponsor vo all dene super Ahläss i eusere Stadt, als Lehrer, wo eusne Chind unglaublich viel Wüsse für ihres Lebe und ihri zuekünftige Projekt mitgebet, als Marktorganisator, als Würstlistandbetriber jede Fritig und Samstig, das isch so schön, wenn mer ide Altstadt cha sitze, es Bierli trinke und chli schnörre oder eis Jasse, oder als Unternehmer da in Bremgarte.

Ich ha drum au grosse Respekt vor all dene, wo da es eignigs Gschäft ufdüend oder bereits sit langem erfolgriich betriebet und a die Stadt und de Standort Bremgarte glaubet. Will dank dene, hemmer Arbeitsplätz und Lebe da i dere Stadt und das macht die Stadt überhaupt lebenswert und farbig. Mir döfet eus drum nöd uf all dene Loorbeere vo eusne Grosseltere usruebe. Mir müend luege, das eusi Unternehme Geld ihnehmet und sich da in Bremgarte und de Region neui KMU’s ahsidlet und’s muetigi Jungunternehmer gid, wo mer unterstützet. So wie zum Biispiel die neu Tofufabrik in Wide, sneue Konzept vom Hotel Sunne oder mim Kolleg sis neu eröffnete Malergschäft. Die und vieli anderi Unternehmer fördert da ganz lokal dArbetsplätz und Lebensqualität vo jedem einzelne vo eus. Will dur da Lebe i die Stadt und dRegion chund und sGeld wieder lokal usgeh wird.

Ich wür mich nie defür ha, e grenze dschlüsse und trotzdem bitt ich sie. Nehmet sie als Konsument ihri Verantwortig wahr, überleget sie, wo Sie was gönd go poste? Vo wo chund sFleisch und de Fisch, wo Sie jede Tag esset und lohnt sich’s denn würkli, vo Bremgarte über Grenze ds’fahre de gueti Schwiizerlohn bi de Dütsche usgeh? Um denn nachher endi Jahr z’flueche, wenn’s kei Lohnerhöhig gid? – Mir Mensche, jede einzeln vo eus hed sis Glück selber ide Hand. Jede vo eus isch en Teil vo dem Gschehe da und jede hed dMöglichkeit das Land, de Kanton oder die Stadt zbewege und en en Nagel ihdschlah. Glaubet Sie a ihri Träum, Visione und Idee. Denn chönd sie die au verwürkliche. So wie die alte Eidgenosse, wo gfunde hend: Zäme simmer stärker als elei.

Glichzitig döfet mir de Blick uf s’grosse Ganze nöd verlüre, uf eusi Welt. Ganz eifach, will mir en Teil vo dere Welt sind und mir eusi Auge nöd chönd und döfet verschlüsse vo dem, was uf eusem Planet passiert. Und ich bin überzügt und ich wünsche mir vo Herze, dass mir als chlini, neutrali Schwiiz chönd, unter anderem als Vorbild für die Welt agiere und uf dere Welt no ganz viel bewirket. Mir sind sinternationalste und nationalste Land glichzitig. Drum chömmer hoffentlich de eint oder ander Chrieg mit eusem diplomatische Gschick und eusem Netzwerk verhindere, luege das nöd de ganz Regewald abgholzt wird, dass alli Mensche öbis ds’esse hend, all Chind uf dere Welt id Schuel chönd gah und es Dach überem Chopf hend. Da giltet weltwiit s’Motto einer für alle, alle für einen.

Ich bin aber au überzügt, dass es kommendi Generatione no besser chönd ha unds hoffentlich mal e Welt ohni Chrieg wird geh. E Welt, wo all friedlich zämeläbet. Ich gseh drum Zukuenft vo eusem Land i sinere Weltoffeheit. E Schweiz, wo dChance vo de Zuekunft gseht. E Schwiiz, wo es Vorbild isch, e Schwiiz, wo kei Muur um ihres Land baut, e Schwiiz, wo ihri Verantwortig als eis vo de richste Länder uf dere Erde wahrnimmt, e Schwiiz, wo Familie und Bruef verihbart, e Schwiiz, wo weiss, dass sie wege, und nöd trotz ihrere Offenheit es erfolgrichs Land isch. E Schwiiz, wo nebe de Wirtschaft au ad Umwelt denkt und nachhaltig handlet. E Schwiiz, wo sich dMensche für sie engagieret.

dSchwiiz wird ihri beste Ziite no ha. Und zwar denn, wenn mir eus für das Land, eusi Demokratie und sini Stärkene wiiterhin ihsetzet. Und mir für die Schwiiz kämpfet und ihstönd, wo mir eus wünschet. sMotto zäme simmer stärker hed sich bewährt. Nöd nur ide Schwiiz vo gester, sondern au ide Schwiiz vo hüt und ide schwiz vo morn wie au uf de ganze Welt.

Ich han vori gseid, ich ha en Hammer und en Nagel debi. Ich han aber no öbis wiiters debi: Zetteli und Stifte (us de Schwiz), die ligget bi ihne uf em Tisch. Ich han au gseit, e Nation isch nur so guet, wie sies Volk. Mini Ufgab als Volksvertreter isch es, nöd nur netti Rede dschwinge, sondern oder vorallem au guet zuedslose oder wie mer so seit, de Puls vo de Nation spühre. Ich will die Chance hüt gad nütze und sgrösschte Brainstorming im Aargau (villicht sogar ide Schwiiz oder uf de Welt) verahstalte.

Vor ihne ligget Zättel und Stifte. Ich bitte Sie, ihri Wünsch, Idee und Visione, wo Sie ad Politik i dem Land hend uf die Zätteli ufdschriebe und mit emene Nagel, da a das Brett schlah. So händ sie all dMöglichkeit de Nagel uf de Chopf dstreffe, en Nagel bi mir ihdschlah… Und wenns irgendwie möglich isch, wird ich ihne de Wunsch als Grossrat in Form vomene Vorstoss versueche z’erfülle. Am beste sind natürlich auch Wünsch und Idee vo Chind, die sind ehrlich und denket meistens noni so ihgschränkt, wie mir Erwachsnige. Sie müend da nöd sofort mache, villicht chund Ihne im Lauf vom abig no öbis in Sinn. Denn schriebet sies uf. dStifte döfet sie übrigens gern mitheineh, au die sind ide Schwiiz us Schwiizer Holz hergstellt und bedruckt.

Gschätzti Dame und Herre, ich wünsche Ihne viel Glück bi allem, was sie machet! Und vergesset sie bitte nöd, mir händs richtig guet da, dass mer da gebore sind, imene land, wo mer chönd mitrede und mitbestimme, wo jede es Dach überem Chopf hed und id Schuel döf gah. Genau das fiiret mer hüt! Nutzet sie die Möglichkeit vom Mitrede au! Nutzet sie die Chance, schriebet Sie ihri Idee, wie mer das Land vorwärts bringet, uf und schlönd Sie de ersti Nagel für e wiiterhin positivi Zukunft vo dem Land ih.

Ich hoffe, ich ha de Nagel uf de Chopf troffe. Ich danke Ihne für dUfmerksamkeit und wünsche Ihne allne i dem Sinn en wunderschöne erste August!

 

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Abstimmungen vom 12. Februar 2017

Eidgenössische Vorlagen:

JA zur Unternehmenssteuerreform III

JA zur erleichterten Einbürgerung der 3. Generation

JA zum NAF

Kantonale Vorlagen:

NEIN zur Aargauischen Volksinitiative „Ja zu einer guten Bildung – Nein zum Lehrplan 21“ vom 2. Juni 2015

NEIN zur Aargauischen Volksinitiative „Arbeit und Weiterbildung für alle!“ vom 11. Juni 2012

NEIN zur Aargauischen Volksinitiative „Chancen für Kinder – Zusammen gegen Familienarmut“ vom 23. Dezember 2009

JA zum Gesetz über den Ausgleich der Aufgabenverschiebungsbilanz sowie über die Übergangsbeiträge (AVBiG) vom 1. März 2016

JA zum Gesetz über den Finanzausgleich zwischen den Gemeinden (Finanzausgleichsgesetz, FiAG) vom 1. März 2016

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Warum sprechen die Grünliberalen beim Steuergesetz von einer Mogelpackung?

Das Nein der Grünliberalen zur vorliegenden Steuergesetzrevision ist keinesfalls ein Nein zu einer steuerlichen Entlastung des Mittelstandes, im Gegenteil.

Die ursprüngliche Absicht der Steuergesetzrevision, den Mittelstand gezielt steuerlich zu entlasten, findet nach wie vor die volle Zustimmung der Grünliberalen. Denn einerseits hat der Mittelstand bei der letzten kantonalen Steuergesetzrevision kaum profitiert und andererseits steht der Mittelstand finanziell immer stärker unter Druck und fällt oft zwischen Stuhl und Bank (z.B. Krankenkassenprämienverbilligung).
Jedoch hat es die Mehrheit im Grossen Rat verpasst, die Steuervorlage wirklich auf den Mittelstand auszurichten, im Gegenteil: Im Verlauf der Debatte wurden Elemente in die Vorlage aufgenommen, welche nicht den Mittelstand entlasten, und konstruktive Vorschläge, um den Mittelstand gezielt zu entlasten, wurden abgelehnt.
Deshalb lehnen die Grünliberalen die Steuergesetzrevision ab, wie sie am 23. September an die Urne kommt. Ein Nein kann den Weg zu einer zielgerichteteren und transparenteren Vorlage öffnen. Hierfür werden sich die Grünliberalen ab dem 24. September mit voller Kraft engagieren. Wir denken weiter.

Unsere Argumente in Kürze:

1) Die vorgesehene Vermögenssteuersenkung dient nicht dem Mittelstand

… denn wie der aktuelle Sozialbericht des Kantons zeigt, sind die Vermögen bei wenigen Prozenten der Steuerpflichtigen konzentriert. Der breite Mittelstand zahlt schon heute praktisch keine Vermögenssteuern.
Ansatz der glp: Anstatt die Vermögenssteuer zu senken, soll der Versicherungs- und Sparzinsabzug erhöht werden. Denn davon profitiert vor allem der Mittelstand.

2) Die steuerliche Entlastung von Unternehmen hat nichts mit dem Mittelstand zu tun

…sondern stellt eine sachfremdes Element in dieser Vorlage dar und verhindert, dass die Stimmberechtigten separat darüber entscheiden können, ob sie auch Unternehmen weitere steuerliche Entlastungen gewähren will oder nur den natürlichen Personen.
Ansatz der glp: Eine steuerliche Entlastung von Unternehmen ist zu prüfen und in einer eigenen Vorlage dem Grossen Rat und den Stimmberechtigten vorzulegen.
Allerdings dient die vorgesehene Senkung der Gewinnsteuer mehr den grossen und weniger den kleinen Unternehmen. Aus Sicht der Grünliberalen müsste vielmehr die Abschaffung der Mindeststeuer diskutiert werden, welche vor allem die KMU betrifft.

3) Das Steuerpaket ist trotz zeitlicher Staffelung eine grosse Belastung für die Gemeinden

… denn der Kanton wälzt gleichzeitig immer mehr Kosten auf die Gemeinden ab. Für viele Gemeinden wird nach Annahme der Steuergesetzrevision die Rechnung definitiv nicht mehr aufgehen, so dass Steuererhöhungen vielerorts wohl unvermeidbar sind.
Ansatz der glp: In einer neuen, deutlich schlankeren Vorlage soll kurzfristig nur noch ganz gezielt der Mittelstand entlastet werden. Weitere steuerliche Entlastungen werden erst dann den Stimmberechtigten vorgelegt, wenn die finanzielle Tragbarkeit für die Gemeinden ersichtlich ist.

Fazit:

Die Steuergesetzrevision ist eine Mogelpackung, welche ihr ursprüngliches Hauptziel – die Entlastung des Mittelstandes – verfehlt. Wir Grünliberale wollen eine ehrliche und transparente Politik. Deshalb sagen wir Nein zur Steuergesetzrevision.
Senden wir das Paket zurück an die Absender (Grosser Rat, Regierungsrat), damit diese ihre Hausaufgaben machen können und wirklich den Mittelstand ins Zentrum rücken. Wir werden gerne mithelfen.

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Energie statt Mehrwertsteuer

Jetzt unterschreiben und absenden…

Was wollen wir mit der Volksinitiative erreichen?

1. Der Bedrohung durch den Klimawandel aktiv und wirksam entgegentreten
2. Die sich daraus ergebenden Chancen für Werk- und Denkplatz Schweiz wahrnehmen
3. Den Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft einschlagen, denn er ist ökonomisch und ökologisch sinnvoll
4. Die Stromversorgung konsequent auf erneuerbare Energie und Energieeffizienz ausrichten

Fazit: Die Initiative setzt die richtigen ökologischen und monetären Anreize und schafft langfristige Wettbewerbsvorteile für die Schweizer Wirtschaft.

Wie kann ich mithelfen?

Das Projekt: Energie- statt Mehrwertsteuer (ESM)

Der Verfassungstext ist hier zu finden. Da er relativ technischer Natur ist, dürften die nachfolgenden Erläuterungen verständlicher und einleuchtender sein.

Die Energiesteuer und ihre Wirkung

Anreize schaffen
Die Energiesteuer führt zu einer Erhöhung des Preises der nicht erneuerbaren Energie und löst somit einen wirksamen Anreiz zum Energiesparen aus. Dieser Anreiz führt dazu, dass bei neuen Investitionen (Autos, Liegenschaften, Geräte, Anlagen) derEnergieeffizienz einen viel höheren Stellenwert beigemessen wird als bisher.

Die positiven Auswirkungen sind vielseitig. Nachstehend sind die wichtigsten aufgeführt:
Die Energiesteuer auf nicht erneuerbaren Energieträgern unterstützt wirksam die Entwicklung neuer Energiespartechnologien, so dass die Schweiz in diesem Bereich wieder die Technologieführerschaft übernimmt. Zudem ermöglichen sich dadurch neue Chancen für den Export von neuen Technologien speziell im Cleantechbereich. Dies sichert langfristig zahlreiche attraktive Arbeitsplätze und insgesamt unseren Wohlstand.

Die Nichtbelastung der erneuerbaren Energie bewirkt, dass diese einen deutlichen Wettbewerbsvorteil erhält und ihre Produktion gefördert wird. Die Nachfrage nach erneuerbarer Energie wird steigen und es darf damit gerechnet werden, dass die im In- und Ausland produzierte und im Inland verbrauchte erneuerbare Energie rasch und stark zunimmt. Zusammen mit der höheren Energieeffizienz kann die Produktion von Strom aus erneuerbarer Energie so stark werden, dass die in den nächsten Jahrzehnten in der Schweiz auslaufenden Kernkraftwerke nicht durch neue ersetzt werden müssen.

Der reduzierte Energieverbrauch und die gleichzeitige Ausdehnung der Produktion erneuerbarer Energie im In- und Ausland führen dazu, dass die Schweiz immer weniger von Erdöl- und Gasimporten abhängig wird und sich der Wohlstandsabfluss in Öl- und Uranmonopolstaaten deutlich reduzieren lässt. Parallel wird auch der CO2-Ausstoss markant zurückgehen und die CO2-Verminderungsziele zur Bewältigung des Klimawandels können mit marktwirtschaftlichen Elementen erreicht werden.

Wer profitiert von dieser Energiesteuer? Konsumenten und Unternehmen, welche sich nachhaltig verhalten und vermehrt auf Energieeffizienz und Erneuerbare setzen, werden finanziell profitieren. Wer im normalen Ablösezyklus beim Kauf eines Autos auf eine höhere Energieeffizienz und damit einen geringeren Verbrauch achtet, erfährt keine Verteuerung der Kilometerkosten. Das Gleiche gilt für die Liegenschaften: Werden diese in den nächsten Jahren schrittweise so saniert, dass der Energieverbrauch deutlich reduziert werden kann, entstehen keine zusätzlichen Energiekosten für das Wohnen. Eine Sanierung und der Einsatz von erneuerbaren Energien werden sogar zu einer deutlichen Energiekostenreduktion führen. Diejenigen Liegenschaftsbesitzer, die eine entsprechende Sanierung nicht durchführen oder nicht in Minergiestandard neu bauen, riskieren allerdings längerfristig deutliche Wertverluste und sinkende Mieterträge. Dieser Anreiz ist wesentlich wirksamer als jedes staatliche Energie-Spar-Förderprogramm.

Einfache und wirksame Erhebung
Die Festlegung des Steuersatzes in der Bundesverfassung entspricht einer langen Schweizer Tradition und stellt sicher, dass eineSteuererhöhung nur mittels Volksabstimmung und mit Ständemehr möglich ist. Dabei führt der Satz von 3,9% des BIP zum gleichen Ertrag wie die ab 1.1.2011 auf 8% festgelegte Mehrwertsteuer. Die Einführung der Energiesteuer ist damit gegenüber der MWST langfristig staatsquotenneutral, da sich der Ertrag der MWST – wie die Vergangenheit zeigt – in enger Relation zum BIP entwickelt hat.

Da in der Schweiz praktisch keine nicht-erneuerbare Energie (wie Öl, Gas, Benzin, Diesel, Uran und Kohle) vorhanden ist, lässt sich dieSteuer bei der Einfuhr der entsprechenden Energieträger administrativ sehr einfach erheben. An Stelle der bisherigen Einfuhrsteuer erhebt die dafür eingerichtete Zollverwaltung die neue Energiesteuer. Dazu braucht sie nur wenig zusätzliches Personal und es entstehen nur marginale zusätzliche Erhebungskosten.

Da sich selbst bei starkem Anreiz der Gesamtverbrauch an nicht-erneuerbarer Energie im Inland realistischerweise insgesamt nur langsam senken lässt, besteht keine Gefahr, dass die Finanzierung des Bundeshaushaltes gefährdet sein oder dass die Energiesteuer exorbitante Höhen erreichen könnte. Denkbar ist allerdings, dass in einigen Jahrzehnten, wenn sich die Schweiz der 2000 Watt-Gesellschaft nähert, die Steuer zu reduziertem Satz auf die erneuerbare Energie ausgedehnt werden könnte.

Die graue Energie wird durch die Energiesteuer nicht erfasst, da dies sowohl theoretisch als auch praktisch auf grosse Schwierigkeiten stösst. Der Gesetzgeber soll aber Handlungsmöglichkeiten bei Wettbewerbsverzerrungen erhalten.

Die Abschaffung der MWST

Positive Effekte
Der Verzicht auf die MWST bringt verschiedene positive Entwicklungen mit sich:

Die Abschaffung der MWST bewirkt, dass rund 320‘000 Unternehmen – vor allem KMUs – von einer enormen administrativen Belastung und teilweise erheblichen Wettbewerbsverzerrungen befreit werden. Es darf erwartet werden, dass das Gewerbe sich für die Unterstützung dieser Initiative einsetzt und diese damit eine realistische Erfolgschance erhält.

Für den Endverbraucher findet eine finanzielle Entlastung bei allen Investitions- und Konsumgütern sowie den Dienstleistungen statt, die der Mehrbelastung durch die Energiesteuer im Durchschnitt entspricht. Insgesamt steht den Konsumenten somit nicht weniger Kaufkraft zur freien Verfügung als vor dem Umstieg von der MWST auf die Energiesteuer.

Durch den gänzlichen Verzicht auf die MWST-Verwaltung werden erhebliche finanzielle Mittel frei, die für sinnvollere Zwecke zur Verfügung stehen.

ESM als Erfolgsmodell in Europa
Sollte sich die Schweizer Energiesteuer zu einem Erfolgsmodell entwickeln, darf davon ausgegangen werden, dass auch umliegende Staaten mit ihrem ungleich höheren Fiskalbedarf rasch eine vergleichbare Steuer einführen werden. Damit entschärfen sich einerseits die Thematik der durch die Energiesteuer nicht belasteten grauen Energie, und andererseits das Problem eines möglichen Benzintourismus. Für die Schweiz besteht – etwa in der Beziehung zur EU – als Nichtmitglied keinerlei Verpflichtung zur Erhebung einer MWST. Die EU kennt heute einen Mindeststeuersatz von 15% was für die Schweiz bei einem Beitritt kaum akzeptabel sein dürfte. Nun besteht für allfällige spätere Beitrittsverhandlungen durchaus die Möglichkeit, dass die Schweizer Energiesteuer eine ernst zu nehmende Alternative zur MWST darstellt. Eine effektive Energiesteuer scheint sogar erfolgreicher als eine MWST mit tieferem Satz. Aus Sicht der EU kann das Schweizer Modell durchaus attraktiv sein und die Schweiz würde somit eine Vorreiterrolle einnehmen.

Be the first to like.

NEIN zur Buchpreisbindung – NEIN zum konsumentenfeindlichen Preisdiktat

Die Buchpreisbindung erlaubt es den Verlegern und Importeuren von Büchern, die Preise im Endverkauf selbst festzusetzen. So soll eine Vielfalt von Büchern gefördert, die kleinen Buchladen gerettet, Verlage erhalten und Autoren unterstützt werden. Sollten diese Zieleüberhaupt umgesetzt werden können, kosten sie sehr viel Geld, das die Konsumenten mit überhöhten Buchpreisen bezahlen müssen.

Der Konsument als Verlierer

Der Verlierer einer Buchpreisbindung ist der Konsument. Er kann maximal von Preisrabatten von 5 Prozent profitieren und muss die von den Verlagen diktierten Preise bezahlen. Damit wird der Status der Schweiz als Hochpreisinsel weiter zementiert. Aufgrund einer schwammigen Kann-Formulierung im Gesetz gilt die einmal festgelegte Preisbindung durch den Verleger faktisch endlos.

Förderung des Einkauftourismus

Bereits heute sind die Buchpreise im Vergleich zum Ausland in den meisten Verkaufsstellen überrissen hoch. Werden die Preise und damit die Preisdifferenz zum Ausland weiter steigen, werden die Konsumenten zunehmend nach Alternativen suchen. Sie werden ihre Bücher im nahen Ausland einkaufen oder aber vermehrt per Internet bestellen.

Der Schweizer Buchhändler– und Verlegerverband erachtet einen Preisunterschied von 10 – 20 Prozent gegenüber dem Ausland als angemessen. Der Preisüberwacher hingegen errechnete 2005 im Rahmen einer Vernehmlassung eine akzeptable Preisdifferenz von 12 Prozent gegenüber Deutschland. Berücksichtigt man die unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze, so wäre ein maximaler Preisunterschied von 8 Prozent tragbar.

Eigengoal für den Buchhandel

Die höheren Buchpreise machen die Internetanbieter für Konsumenten künftig noch interessanter. Profitieren werden auch die elektronischen Bücher, die heute im deutschsprachigen Raum noch ein Schattendasein fristen.

Die Buchpreisbindung, gedacht als Instrument im Kampf gegen einen zu raschen Strukturwandel in der Branche, wird sich als gefährlicher Bumerang erweisen und dem Buchmarkt Schweiz irreversibel schaden. Schädlich ist die Buchpreisbindung vor allem für kleine Buchhandlungen.

Preisüberwacher

Das vom Parlament am 18. März 2011 verabschiedete Bundesgesetz über die Buchpreisbindung sieht eine rein privatrechtliche Durchsetzung des Gesetzes vor. Für die Überwachung und Einhaltung der Buchpreisbindung muss die Branche selbst besorgt sein. Der Bund hat keine Durchsetzungskompetenzen. Er kann einzig bei missbräuchlichen Überhöhungen gegenüber den Preisen im Ausland in einer Verordnung die maximale Preisdifferenz gegenüber dem Ausland festlegen. Die Kontrolle dieser Differenz obliegt dem Preisüberwacher.

Zwischen dem Preisüberwacher und der Branche hat während der parlamentarischen Diskussion eine Kontroverse über die Höhe dieser Preisdifferenz stattgefunden. Während die Branche bis zu 20 Prozent höhere Preise forderte, stellte sich der Preisüberwacher auf den Standpunkt, dass lediglich 8 Prozent gerechtfertigt seien. Die effektive erlaubte Preisdifferenz wird erst zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt.

Die Kontrolle der Preise im grenzüberschreitenden Handel untersteht nicht dem Preisüberwacher.

Nein zur Buchpreisbindung, weil…

  • der Konsument zu hohe Preise bezahlt.
  • der Einkaufstourismus ins grenznahe Ausland zunimmt.
  • der Preisüberwacher nur beschränkt handeln kann.
  • das Gesetz am Zoll nicht umsetzbar ist.
  • die Buchpreisbindung für die Buchhändler zu einem Bumerang wird (Förderung des Internethandels, fehlender Strukturwandel, Stärkung der Verlage).
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Künten soll Energiestadt werden: Rede von Dominik Peter an der Gemeindeversammlung

Liebe Einwohnerinnen und Einwohner aus Künten
Sehr geehrte Damen und Herren Gemeinderat
Geschätzte Medienschaffende
Sehr geehrter Herr Gemeindeammann

Besten Dank, dass Sie mir die Möglichkeit geben, meinen Vorschlag „Künten soll Energiestadt werden“ der Gemeindeversammlung zu unterbreiten.

In den folgenden 8 bis 10 Minuten möchte ich ihnen kurz erläutern was eine Energiestadt ist, was sie unserem Dorf bringt und warum wir eine Energiestadt werden sollen.

Was ist eine Energiestadt?

Hinter dem Label «Energiestadt» steht der Trägerverein von EnergieSchweiz, dem Programm für Energieffizienz und erneuerbare Energien des Bundes. Es vergibt für «realisierte oder beschlossene ausgesuchte energiepolitische Massnahmen» ihr Qualitätszeichen/Label «Energiestadt» vergeben. Das Label anerkennt eine ergebnisorientierte und konsequente Energiepolitik und hat das Ziel unser Klima zu schützen.

Hand auf’s Herz: Wir werden die Welt und das Klima nicht von Künten ja sogar nicht einmal von der Schweiz aus retten – aber wir können einen Beitrag dazu leisten und müssen unsere Verantwortung wahrnehmen, um unsere Energieversorgung nachhaltig zu sichern.

Jetzt um so mehr, wo der Bundesrat und gestern sogar die Aargauer Regierung einen AKW Ausstieg unterstützen.

Jetzt brauchen wir Lösungen für morgen

und jetzt müssen wir einen Grundstein für die „energetische“ Zukunft unserer Gemeinde legen!

Ganz nach dem Motto: „global denken, lokal handeln!“

Sind wir mit den Grünliberalen Rohrdorferberg zum Schluss gekommen, dass wir zuerst eine ganzheitliche Analyse benötigen, uns Energieziele setzen müssen, realistische Massnahmen bestimmen, wie wir diese Ziele erreichen können und diese Ziele wiederum regelmässig kontrollieren.

Genau das setzt die Energiestadt um.

Wenn Sie heute Ja zur Energiestadt sagen, würde das bedeuten: Dass der Gemeinderat mit den Beratern von Energiestadt kontakt aufnehmen müsste und das Geschäft bis zur nächsten GV näher prüfen. Bei einem „Ja“ dann im November: melden wir uns beim Trägerverein Energiestadt an, wir erhalten professionelle Hilfe, Ideen und Wissen. Wir machen eine ganzheitliche Analyse; legen auf die Gemeinde ausgerichtete Massnahmen fest. Wenn wir die Hälfte der für unsere Gemeinde möglichen Massnahmen umgesetzt  bzw. beschlossen haben, erhalten wir das Zertifikat Energiestadt.

Zu den Massnahmen: Es gibt ein Massnahmenkatalog mit 87 verschieden Punkten. Dort steht zum Beispiel „Formulieren Sie ein Energie Leitbild“. Das ist natürlich sehr offen und gibt dem Gemeinderat die nötige Freiheit, um das Konzept effektiv auf Künten abzustimmen. Von mir aus kann der Gemeinderat aber auch das Ausarbeiten der einzelnen Massnahmen an eine Gruppe von interessierten Einwohnern sog. Kommission delegieren. Es muss aber zwingend ein Gemeinderat eine Gemeinderätin in dieser Gruppe beisitzen, um die Umsetzung der Massnahmen zu gewährleisten. Schlussendlich geht es darum die optimalsten Massnahmen für Künten zu finden. Das soll nicht heissen, dass die Mitarbeiter vom Gemeindeamt im Winter frieren müssen, nein, das soll heissen, dass wir uns Gedanken machen wollen, wie wir in Zukunft unser Zusammenleben gestalten möchten und wo es Möglichkeiten gibt – ganz einfach Energie ein zu sparen!

Zum Nutzen:

  • Künten trägt einen Teil zum Weg zur 2000 Watt Gesellschaft bei und nimmt seine Eigenverantwortung und seine Vorbildsfunktion als Gemeinde wahr!
  • Wir machen uns heute schon Gedanken, wie wir ohne AKW’s auskommen wollen!
  • Standort Attraktivität wird gefördert. Nicht nur dank Label, sondern auch dank Massnahmen. Welche eine Steigerung der Lebensqualität für alle!
  • Mehr Arbeitsplätze in der Region.
  • Nachhaltigkeit erhält grösseren Stellenwert in der Gemeinde
  • Effizienter Energieverbrauch heisst auch tiefere Gemeinkosten – folge langfristig tiefere Steuern

Wir haben nun die Wahl liebe Küntnerinnen und Küntner: heute für morgen handeln, unserem Dorf Attraktivität und Zukunft schenken; oder weiter schlafen uns irgendeine Lösung,  welche viel teurer, weniger attraktiv und nicht auf Künten abgestimmt ist irgendwann vom Kanton aufzwingen zu lassen.

Daher stelle ich der Gemeindeversammlung heute am 17. Juni 2011 überweisungsantrag an den Gemeinderat:

Der Gemeinderat sei anzuweisen die politische Gemeinde Künten als Mitglied des Trägervereins Energiestadt Schweiz anzumelden und das Angebot für Einsteiger: „Partner auf dem Weg“, welches Gemeinden Schritt für Schritt hin zum Label Energiestadt führt möglichst umfangreich zu nutzen und bedarfsgerecht umzusetzen.

Was soll das Kosten:

Die Jahresmitgliedschaft für eine Gemeinde bis  2000 bis Einwohner beläuft sich auf CHF 1000.-; In diesen 1000 Franken pro Jahr ist ein Unterstützungsbeitrag von CHF 1250.- für einen Energieberater und weitere Dienstleistungen enthalten. Unter dem Strich gewinnt Künten neben Attraktivität, wertvolle Informationen auch an Lebensqualität. Die einzelnen Massnahmen sind natürlich noch nicht enthalten, je nach Massnahme können weitere Kosten hinzukommen, unsere Gemeinde kann mit innovativen Ideen auch Geld verdienen zum Beispiel als Investor in eine Solaranlage auf dem Schulhausdach.

Die einzelnen Ausgaben müssen nicht auf einmal getätigt werden, sondern sollen im Rahmen der Finanzplanung ins Budget einfliessen und müssen den technischen Entwicklungen gerecht werden. Dieses und die vorher genannten Beispiele sind nur Ideen von möglichen Massnahmen.

Es liegt am Willen der heutigen Gemeindeversammlung, ob der Gemeinderat dieses Geschäft näher zu prüfen. Je besser der Gemeinderat oder die vom Gemeinderat eingesetzte Energiegruppe dann arbeiten wird, desto mehr profitieren die Einwohner von Künten!

Wir schützen das Klima, steigern gleichzeitig unsere Lebensqualität, sparen nachhaltig Geld und dürfen uns „Energiestadt“ nennen. Was wollen wir mehr?

Ich weiss natürlich schon das Künten ein Dorf ist und „Stadt“ hoch gegriffen ist, aber seinen wir ehrlich, was die Stetter können, können wir Künter schon lange 🙂

Liebe Künter, wir müssen, wollen und können Verantwortung für unsere Energiepolitik übernehmen! Und deshalb bitte ich Sie diesen Vorschlag zu unterstützen!

Herzlichen Dank!

 

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Mut zum Selbstbewusstsein

Ich setze mich für eine mutige und selbstbewusste Schweiz ein! Ich will mich für unser Land engagieren und stehe für eine Generation die sich den Herausforderungen der Zukunft stellt! Das heisst:

Nachhaltige Wirtschaftspolitik!

Unsere Unternehmen sind als Arbeitgeber und Steuerzahler das wirtschaftliche Herz unseres Landes. Das bedeutet attraktive Rahmenbedingungen für bestehende Unternehmen, Neugründungen und Neuansiedlung von Firmen. Den bestehenden Unternehmen sollen die Verwaltungen keine Steine in den Weg legen, sondern ihnen gegenüber effizient und als Dienstleister auftreten.

Visionäre Energie-, Umwelt- und Raumplanungspolitik!

Seien wir ehrlich: Wir können die Welt nicht aus der Schweiz aus retten – aber wir können dazu beitragen! Z.B. durch meinen Vorstoss in Künten eine Energiestadt zu werden, durch den gezielten Aufbau eines Kompetenzzentrums für Energieeffizienz und erneuerbare Energien, durch klare Bevorzugung von Minergie-Bauten und einen starken öffentlichen Verkehr. Unser Ziel ist die 2000-Watt-Gesellschaft und zwar ohne neue Atomkraftwerke! Dafür mit erneuerbarer Energie, einem mittelfristigen Plan zum AKW-Ausstieg und neuen Arbeitsplätzen.

Bildung, Jugend und Sport!

Als Snowboardlehrer (J+S 3/Swiss Snowsports Aspirant) und Fussballtrainer (J+S / SFV C-Diplom) ist mir unsere Jugend und der Sport sehr wichtig. Sport verbindet Völker, fördert den Teamgeist und die Sozialkompetenz, stärkt Körper sowie Geist, und dient vielen als Lebensschule. Ich setze mich als Politiker dafür ein, dass die Möglichkeiten für jeden einzelnen Bürger Sport zu betreiben weiter verbessert werden und Sportvereine zum Beispiel durch regionale Sportkoordinatoren unterstützt werden. Als J+S-Leiter will ich der Jugend weiterhin ein Stück des „Spirit of Sport“ weitergeben. Des Weiteren fordere ich eine bedürfnissorientierte und zukunftsgerichtete Bildung.

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Der Bundesrat beschliesst eine grünliberale Atom- und Energiepolitik

Die Zukunft ist energieeffizient und erneuerbar – Endlich!

Die Grünliberalen nehmen mit Freude Kenntnis vom heute kommunizierten Entscheid des Bundesrats, welcher endlich den Ausstieg aus der Kernenergie vorantreiben will. Leider kommt dieser zukunftsorientierte, ökonomisch wie ökologisch richtige Entscheid erst nach dem GAU in Fukushima (Japan) zustande. Bereits der Unfall in Tschernobyl im Jahre 1986 hat die Risiken der Kern-Technologie für Mensch und Umwelt aufgezeigt. Bundesrat und die Mehrheit im Parlament haben zusammen mit der Atomlobby diese 25 Jahre Verzögerung des Energiewandels zu verantworten und damit den Fakt, dass die Schweiz heute längere Laufzeiten der bestehenden Kernkraftwerke hinnehmen muss.

Die Grünliberalen begrüssen den heute kommunizierten Entscheid des Bundesrats das Szenario 2, also den sukzessiven Ausstieg aus der Kernenergie, nun konsequent zu verfolgen. „Damit bestätigt der Bundesrat den Weg, den die Grünliberalen mit der Unterstützung des bisherigen Szenario IV seit Jahren propagieren“ sagt Nationalrat Martin Bäumle. Dieser Weg ist nachweislich auch aufgrund der neuen Daten sowohl ökonomisch als auch ökologisch nachhaltiger als neue Kernkraftwerke und stärkt damit auch den Klimaschutz. Dabei werden die scheinbaren Vorteile der Kernenergie entlarvt – tief gehaltene Gestehungskosten mangels integrierter Risikokosten und eine geschönte CO2-Bilanz. Endlich werden Investitionen frei für erneuerbare Energien und Energieeffizienz statt für neue Reaktoren, welche nicht zukunftsgerichtet sind. Die Grünliberalen erwarten, dass das Parlament dem Bundesrat folgt und im Juni ebenfalls diesen Ausstieg beschliesst.

Weil die 25 Jahre seit Tschernobyl zu wenig genutzt wurden, um den Energiewandel voranzutreiben, müssen wegen fehlender Alternativen die Betriebslaufzeiten der aktuellen KKWs – solang die Sicherheitsrichtlinien dies zulassen – verlängert werden können. Auch diesen Entscheid des Bundesrates können die Grünliberalen nachvollziehen. Jedoch fordern die Grünliberalen das Parlament auf, sofort eine Risikoprämie auf Atomstrom analog der parlamentarischen Initiative Bäumle zu erheben. Diese bringt zwar nur eine teilweise ökonomische Kostenwahrheit, kann aber vollumfänglich und gezielt eingesetzt werden, um den raschen Energiewandel voranzutreiben. Der vom Bundesrat präsentierte Weg zum Ausstieg (Ausbau der Wasserkraft, Zubau von Pumpspeicherkraft und Ausbau der erneuerbaren Energie, Energieeffizienz) unterstützen die Grünliberalen uneingeschränkt. Die Grünliberalen warnen aber vor dem voreiligen Bau von Gaskombikraftwerken, welche aus Sicht der Grünliberalen frühestens in 15-20 Jahren notwendig werden können und nur falls sich die Hoffnungen in die Geothermie nicht rasch genug erfüllen.

Die Grünliberale Partei hält fest, dass die lang ersehnte Wende in der Energiepolitik und der Entscheid des Ausstieges mit den kürzlich vereinbarten Klimazielen im Einklang zu stehen haben. Die Zukunft ist erneuerbar. Die erneuerbare Zukunft ist machbar.

Der grünliberale Ansatz
Für die Grünliberalen ist die Schweizer Energiepolitik untrennbar mit Energieeffizienz gekoppelt. Um finanzielle Anreize richtig zu setzen, fordern sie den Bundesrat dazu auf, die Initiative „Energie- statt Mehrwertsteuer“ der Grünliberalen ernsthaft zu prüfen. Eine Energiesteuer anstatt einer Mehrwertsteuer (die fälschlicherweise die Innovation und den generierten Mehrwert besteuert) ist ein liberaler und zielführender Ansatz, welcher den Weg in Richtung 2000-Watt-Gesellschaft ermöglicht – ökonomisch effizient und dies insgesamt Staatsquoten- und Kostenneutral und für Wirtschaft und Bevölkerung.

Mehr dazu unter:
www.grunliberale.ch/esm.htm

Quelle: Grünliberale Schweiz

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Die Grünliberalen Rohrdorferberg zum Windrad Heitersberg

Letzten Freitag, 8. April 2011, haben die Grünliberalen die zweite Informationsveranstaltung in Niederrohrdorf zum Windkraftwerk auf dem Heitersberg durchgeführt. Nachdem schon die Initianten des Projektes angehört wurden, hat dieses Mal der Präsident der IG Windland, Herr Christoph Merkli, erklärt, warum es aus seiner Sicht keine Windräder auf dem Heitersberg braucht. Somit konnten die Grünliberalen Ihren Meinungsbildungsprozess abschliessen und kommen zum Schluss, dass das Windkraftwerk auf dem Heitersberg ein Projekt ist, welches weiter zu verfolgen ist.

Hauptstreitpunkt ist die zentrale Grundlage für ein Windkraftwerk und zwar die Frage ob der Wind auf dem Heitersberg genügend stark und ausdauernd ist, damit der Betrieb eines solchen Kraftwerks wirtschaftlich Sinn macht. Die Grünliberalen haben keine Windmessungen auf dem Heitersberg durchgeführt. Jedoch haben die Initianten sowie die Gegner des Projektes solche durgeführt. Beide kommen zu sehr unterschiedlichen Resultaten.

Da das Windrad privat finanziert wird und voraussichtlich keine KEV-Einspeisevergütung in Anspruch genommen wird, wird wohl jeder vernünftige und sorgfältig handelnde Investor vorgängig prüfen, ob er eine Rendite erhalten wird oder eben gerade nicht. Somit kann davon ausgegangen werden, dass dieses Windrad nur gebaut werden kann, wenn auch Investoren gefunden werden können bzw. wenn es genügend Wind geben sollte. Falls sich zeigen sollte, dass der Standort für ein Windrad ungenügend ist, so kann es innert kurzer Zeit wieder vollständig abgebaut werden und man hätte immerhin wertvolle Erfahrungen gewonnen.

Auch der Kanton Aargau will in seinem neuen Richtplan einen Teil des Heitersberges als Gebiet mit Windpotential einstufen. Die Grünliberalen sehen hinter dem Projekt Vorteile für den Forschungs- und Energie-Kanton Aargau. Mit diesem Pionierprojekt im Mittelland kann die Windtechnologie bei eher durchschnittlichen Verhältnissen erforscht und weiterentwickelt werden. Das Projekt ist sehr schnell realisierbar und nach der 20 bis 30 jährigen Lebenszeit eines solchen Windrades kann es wieder abgebaut werden, ohne dass die Umwelt einen nachhaltigen Schaden davon tragen wird. Die Befürchtungen der direkten Nachbarn erscheinen weitgehend unbegründet, zumal sämtliche entsprechenden Normen eingehalten werden. Es wird aber zweifellos so sein, dass Windräder in der Schweiz nicht ausschlaggebend sein werden für die eine Energiezukunft ohne Atomkraftwerke und mit ausschliesslich erneuerbaren Energien. Es braucht viel mehr auch höhere Energieeffizienz, geothermische Anlagen, Wasserkraftwerke sowie ein intelligentes Stromnetz (Smart Grid). Sollte sich herausstellen, dass das Windkraftwerk auf dem Heitersberg nur mit staatlichen Subventionen überleben kann, ist aus Sicht der Grünliberalen dieses Projekt nicht unterstützenswürdig, da es Alternativen gibt, bei welchen Zuschüsse mehr Sinn machen.

 

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Aargauisches überparteiliches Referendumskomitee gegen die „Wiedereinführung der Buchpreisbindung“

Gemeinsame Mitteilung von:
Grünliberale Kanton Aargau, jungfreisinnige aargau, FDP Aargau und SVP Aargau

Die eidgenössischen Räte haben in der Frühjahressession die „Wiedereinführung der Buchpreisbindung“ beschlossen. Diese Buchpreisbindung zielt am ursprünglichen Anliegen, nämlich das Buch als Kulturgut zu schützen, völlig vorbei. Höhere Preise führen dazu, dass Konsumentinnen und Konsumenten auf ausländische (online-) Büchermärkte ausweichen oder ganz auf den Bücherkauf verzichten.
Es ist völlig unverständlich, dass sich die BundesparlamentarierInnen für diese Wiedereinführung der Buchpreisbindung entschieden haben. Dadurch werden überhöhte Preise zementiert und der Markt abgeschottet. Den grössten Nutzen davon haben die grossen Buchhandelsketten, welche mit der staatlichen Preisbindung eine exorbitante Marge erreichen können – und dies erst noch staatlich garantiert! Innovation und Anpassung an sich verändernde Bedürfnisse haben damit im Büchermarkt ausgedient.
Konsumentinnen und Konsumenten werden künftig mit dem Kauf der Bücher im Ausland die Preisbindung elegant und ohne Probleme umgehen können. Sie können ihre Literatur auch im online-Shop der ausländischen Bücheranbieter bestellen – ohne Preisbindung selbstverständlich und den Gang in die Buchhandlung können sie sich auch noch gleich ersparen. Können oder wollen KonsumentInnen aber nicht auf diese Möglichkeiten ausweichen, werden sie geschröpft. Ausgerechnet die linken Parteien sorgen mit dieser Preisbindung dafür, dass sich Menschen mit niedrigen Einkommen Bücher bald nicht mehr einfach so werden leisten können.
Für den Steuerzahler bedeutet diese Buchpreisbindung die Einführung einer weiteren unnötigen, überbordenden Bürokratie, die keinerlei Nutzen mit sich bringt, aber bezahlt werden muss. Eine länderübergreifende online-Buchpreisbindung ist schlicht nicht umsetzbar.
Die Parteien des Referendumskomitees sind überzeugt, dass sich die „Wiedereinführung der Buchpreisbindung“ aus all diesen Gründen negativ auf den Schweizer Büchermarkt auswirken wird. Das Buch als Kulturgut würde definitiv im Abseits stehen und Konsumentinnen und Konsumenten werden durch die höheren, staatlich festgelegten Preise geschröpft, sofern sie überhaupt noch den Schweizer Büchermarkt auswählten. Das Referendumskomitee ruft aus diesen Gründen alle Bücherfans auf, dieses Referendum zu unterstützen!

Download Referendumgsbogen

Das Co-Präsidium:
Jeanine Glarner, Präsidentin jungfreisinnige aargau, Co-Präsidentin Komitee
Gregor Biffiger, Grossrat SVP Aargau, Co-Präsident Komitee
Thierry Burkart, Präsident FDP.Die Liberalen Aargau, Co-Präsident Komitee
Dominik Peter, Geschäftsleitungsmitglied Grünliberale Aargau, Co-Präsident Komitee

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